Oberer Jura (Malm)

Ein Plegiocidaris von der Friesener Warte


Plegiocidaris (55mm) von der Friesener Warte bei Kälberberg

Dieser etwas verdrückte, ca. 55mm große, Seeigel der Gattung Plegiocidaris stammt aus dem Weißjura (Malm) Friesener Warte bei Kälberberg in Franken. Ich fand ihn dort auf einem der Spezialäcker von Sammlerfreund Wolfgang Dietz. Die Hochfläche der Friesener Warte ist für ihre reiche Schwammrifffauna bekannt. Besonders begehrt bei den Sammlern sind die teils gut erhaltenen Schwämme und vor allem die wohlerhaltenen calzitschaligen regulären Seeigel. Es ist jedoch keine reine Schwammrifffauna, es sind nämlich auch verschiedene Ammonitenarten zu finden. Ebenfalls treten Brachiopoden teils häufig auf, je nach Acker, auf dem man gerade sucht. Es gibt auch steinige Äcker auf denen kaum Fossilien zu finden sind.
Die begehrten Seeigel sind relativ selten, durch bodennahes Suchen kann man jedoch feststellen, ob Funde möglich sind. Dort wo man Seeigelstacheln und gelegentlich einzelne abgebrochene Stachelwarzen findet, müssen auch irgendwo ganze Seeigel zu finden sein.. Wenn man so einen Acker erst einmal gefunden hat, ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.
Nicht nur die hellen Steine beachten, die Seeigel sind vermutlich meist eher dunkler als das Gestein!
Die bodennahe Suche erbringt zusätzlich teils feinerhaltene "Begleitfauna".

Meinen Fund aus dem Herbsturlaub dieses Jahres habe ich mit Ätzkali behandelt. Da es mein erster Ätzversuch war und der Seeigel ein Einzelstück in meiner Sammlung ist, bin ich dabei sehr vorsichtig vorgegangen und habe mit einer Pinzette einzelne Ätzkaliplättchen aufgelegt und befeuchtet.

Die Präparation mit Ätzkalilauge ist eine der effektivsten und besten Methoden zur Freilegung von Fossilien mit Calzitschale die in Kalkmergeln, Mergelkalken und manchen Eisenoolithen eingelagert sind. Der Kalkanteil des Gesteins sollte jedoch nicht zu hoch sein, da das Ätzkali sonst nicht oder nur kaum angreifen kann.


Die Detailaufnahme zeigt die super erhaltene Schale des Seeigels, die Stachelansätze sind gut erkennbar