Das Dinotherium-Museum Eppelsheim

Die Umgebung der kleinen Gemeinde Eppelsheim in Rheinhessen zählt zu den berühmtesten Fundstellen tertiärer Säugetiere in Europa. Nach den historischen Funden im 19. Jahrhundert (zu denen ein vollständiger Schädel des Rüsseltiers Deinotherium sowie der weltweit erste Fund eines fossilen Menschenaffen zählen) war es lange Zeit ruhig geworden, bis in den 1990er Jahren das Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main mit einer neuen Grabungskampagne begann, die seit der Jahrtausendwende durch das Naturhistorische Museum Mainz / Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz fortgesetzt wird. Unterstützt durch diese und weitere Museen sowie zahlreiche Wissenschaftler und Privatpersonen konnte im Rathaus Eppelsheim ein kleines, aber höchst sehenswertes Museum eingerichtet werden.

Die Ausstellung ist in einem Raum im Erdgeschoss untergebracht. Kernstück ist der Abguss des 1835 gefundenen Schädels von Deinotherium giganteum vor einer fast die ganze Wand bedeckenden Rekonstruktion des miozänen Urrheins des Prager Malers Pavel Major. Rekonstruktionszeichnungen  der einzelnen Tiere sind zusätzlich über den Vitrinen zu sehen. In den Vitrinen werden Zähne, Kieferteile und Knochen verschiedener Säugetiere gezeigt. Bei den häufigeren Arten (Kiefer von Urpferd, Nashorn und Biber, Elefantenzähne etc.) handelt es sich um Originale, während seltenere Stücke sowie Einzelfunde (u.a. Knochen von Menschenaffen) als gute Abgüsse vorhanden sind. In einer gesonderten Vitrine wird zudem ein Exemplar der Erstbeschreibung von Deinotherium giganteum aus dem Jahr 1836 gezeigt.
Bei meinem Besuch hatte ich das Glück, von Altbürgermeister Heiner Ross, auf dessen Initiative das Museum zurückgeht, geführt zu werden. So bekam ich noch einige Hintergrundinformationen und die eine oder andere Anekdote mit auf den Weg.

Öffnungszeiten:
Das Museum ist am ersten Sonntag im Monat von 10-12 Uhr und am dritten Mittwoch im Monat von 16-18 Uhr geöffnet. Für Gruppen werden auf Anfrage zusätzliche Öffnungszeiten angeboten. Bei einem längeren Anfahrtsweg sollte man sich allerdings auch die oben genannten Öffnungszeiten besser nochmals kurz bestätigen lassen. Für einen Besuch sollte man ca. 1 Stunde einplanen.

Homepage:

http://www.dinotherium-museum.de/

 

Wer nach dem Museumsbesuch noch mehr wissen möchte, kann sich dort auch mit entsprechender Literatur, u.a. auch einem Museumführer mit zahlreichen hervorragenden Tierrekonstruktionen (diese sind auch auf der Homepage zu sehen), eindecken.

Es folgen einige Bilder zur Ausstellung.


Bild 1 Deinotherium
Das Kernstück der Ausstellung: der Schädel von Deinotherium giganteum

 

Bild 2 Mastodon u. Affe
links: Oberschenkelknochen (Abguss) eines Mastodons Tetralophodon longirostris
rechts: Beinknochen (Abguss) eines Menschenaffen Paidopithecus rhenanus (der erste fossile Knochen eines Menschenaffen weltweit)

 

Bild 3 verschiedenes
oben: Unterkiefer (Abguss) eines Bärenhundes Amphicyon eppelsheimensis
unten links: Zahn eines dreizehigen Urpferdes Hippotherium primigenium
unten Mitte: Nashornzahn Dihoplus schleiermacheri
unten rechts: vom Urrhein abgerolltes Geweih eines Muntjakhirsches Euprox furcatus

 

Bild 4 Urrhein
Pavel Major malte diese Rekonstruktion des miozänen Urrheins mit Krallentieren, Deinotherien, Urpferden und Nashörnern