Der letzte Schliff: Schliffpräparate vom Feinsten - Teil 1

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Im Steinkern.de Forum hat Roger Furze im April dieses Jahres die gute Idee gehabt, einen Beitrag zu starten, in dem Sammler Schliffpräparate aus ihren Sammlungen vorstellen können. In der Zwischenzeit haben Steinkernmitglieder dort viele sehr schöne und faszinierende Schliffpräparate vorgestellt. An dieser Stelle möchte ich den Homepagebesuchern die Gelegenheit geben auch in den Genuss der tollen Fotos zu kommen, möchte aber gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass im Forum noch wesentlich mehr Fundstücke gezeigt wurden und hier nur eine Auswahl wiedergegeben wird. Die Bilder dort sind z.T. größer und es finden sich mitunter Detailfotos sowie detailliertere Beschreibungen zu den Fossilien als es in dieser überblicksartigen Zusammenfassung der Fall ist. Der Beitrag im Steinkern.de Forum ist über diesen Link zu erreichen.

Schliffpräparate werden von Sammlern vor allem aus schwer präparierbaren oder äußerlich nicht besonders gut erhaltenen Fossilien angefertigt. Nur hin und wieder wird bei mehreren vorhandenen bereits äußerlich prachtvoll aussehenden Stücken auch einmal ein Schliff gewagt. Nicht eben selten können die Fossilien nach dem Sägen, Schleifen und Polieren bestens neben den sehr gut erhaltenen Prachtstücken in den Sammlungsschränken als ergänzendes Kontrasprogramm gezeigt werden. Man muss nur das Innerste nach außen kehren... und aus hässlichen Entlein werden schöne Schwäne.
Insbesondere lohnt sich die Schliffpräparation bei Ammoniten deren Kammern nicht oder nur teilweise mit Sediment verfüllt sind. Hier sieht man im Schliffbild dann Kammerscheidewände, die von einem Kristallrasen überzogen sind. Mitunter enthalten die Kammern auch größere Einzelkristalle, so etwa bei Sengenthaler Ammoniten. Aber auch die Bearbeitung anderer Fossilien kann fabelhafte Schliffbilder ergeben...

Jetzt aber folgen Bilder. Für nähere Informationen verweise ich nochmals auf das Forum, wo man nach Registrierung bzw. Login Zugriff auf das Thema "Schliffpräparate" hat.
Natürlich sind dort weiterhin Vorstellungen von Schliffpräparaten willkommen! Es gibt mit Sicherheit auch noch Fundorte mit für Schliffe prädestinierten Fossilien, die dort noch nicht vorgestellt wurden.

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Abb. 1: Parkinsonia mit 4,5 cm Durchmesser, Fundort: Sengenthal. Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 2: 3,5 cm großer Ammonit aus dem Sengenthaler Parkinsonienoolith. Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 3: 9 cm große Parkinsonia, Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 4: 7,5 cm große Parkinsonia aus Sengenthal. Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb 5: Dactylioceras aus Whitby (Lias/Toarcium), Größe: 8 cm, Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 6: Arcestes sp. aus der alpinen Trias von Kampel im Dachsteingebirge, Österreich. Durchmesser Ammonit: 2,6 cm. Fluoreszenz der Calcitfüllung im langwelligen UV-Licht, Foto und Sammlung: Dr. Michael Rötzer.

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Abb. 7: Cardioceras aus dem Oxfordium von Villers-sur-mer im Querschliff, Foto und Sammlung: Bernhard Jochheim.

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Abb. 8: Hildoceras levisoni, Durchmesser: 9,1 cm, Foto und Sammlung: Bernhard Jochheim.

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Abb. 9: Psiloceras aus dem Hettangium des Karwendelgebirges, Sammlung und Foto: Kurt Kment.

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Abb. 10: Zirka 65 mm messende Ammoniten aus dem Malm gamma von Gräfenberg, Foto und Sammlung: Peter Möser.

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Abb. 11: Staufenia aus dem Wutachtal, 18 cm. Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 12: 10 cm große Staufenia aus dem Wutachtal, Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 13: Oxynoticeras lymense, Größe: 5 cm, Sinemurium, Charmouth, Südengland. Foto und Sammlung: Karsten Genzel.

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Abb. 14: Eoderoceras armatum, Größe: 7 cm, Sinemurium, Charmouth, Südengland, Foto und Sammlung: Karsten Genzel.

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Abb. 15: 4,5 cm großer Pyrit-Amaltheus, Schwäbischer Lias, Foto und Sammlung: Thomas Balle.

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Abb. 16: Nautilus, Größe: 9,2 cm, die schlechte Seite wurde mit Sandpapier heruntergeschliffen, von grob zu fein, ca. 1-2 Stunden, Foto und Sammlung: Bernhard Jochheim.

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Abb. 17: Schnecke der Gattung Trochactaeon von der Schneckenwand bei Rußbach (Gosaukreide). Foto und Sammlung: Roger Furze.

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Abb. 18: Crommium cf. willemeti (DESHAYES) von Fleury-la-Rivière im Pariser Becken der Champagne, Eozän / Lutet. Länge 2,7 cm, Foto und Sammlung: Dr. Michael Rötzer.

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Abb. 19: Volutospina spinosa (LAMARCK) aus dem Pariser Becken, Länge: 3,3 cm. Foto und Sammlung: Dr. Michael Rötzer.

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Abb. 20: Araukarienzapfen, Jura, Patagonien, ca. 6 cm, Sammlung: Karsten Genzel.

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Abb. 21: Rhizom von Osmundites cf. schemnitzensis PETTKO (Königsfarn) aus dem Tertiär, Miozän, Badenium von Trimmelkam, Österreich. Der Querschnitt durchmisst max. 2,9 cm. Gebleicht mit Natriumhypochloritlösung. Foto und Sammlung: Dr. Michael Rötzer.

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Abb. 22: Detailausschnitt von einer Agathelia polymorpha? aus der Gosaukreide, Foto und Sammlung: Dr. Michael Rötzer.

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Abb. 23: Geschnittener und polierter „Kieselstein“ aus der Deckschicht des Granitsteinbruchs bei Neustift (Niederbayern); max. Durchmesser 5,7 cm. Im Schnitt sind unterschiedliche Foraminiferen zu sehen: Nummuliten und vermutlich Assilinen und Discocyclinen. Alter: Tertiär / Eozän / Lutet. Besonderheiten: Die vormalige Kalkmatrix ist vollständig durch Chalcedon ersetzt. Das Stück muss eine weite Reise gemacht haben. Ursprünglich wird es aus dem nördlichen Alpenvorland stammen.

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Abb. 24: Schnitt durch einen Korallenstock von Thecosmilia sp., Größe: 15 x 8 cm, Foto und Sammlung: Roger Furze, bestimmt von Herbert Schlemmer.

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Abb. 25: Ansammlung von Ichthyosaurierknochen, Toarcium, Lias, Yorkshire, diese Knochen sind in einer Konkretion erhalten, die außen komplett mit Pyrit überzogen ist. An eine Freilegung der Knochen war nicht zu denken, Durchmesser ca. 20 cm. Foto und Sammlung: Karsten Genzel.


Vielen Dank an alle die im Forum Stücke aus Ihren Sammlungen gezeigt haben!

Zusammenstellung, Bericht und z.T. Bildbearbeitung: Sönke Simonsen
 
 

 
 
Hier geht es weiter zum 2. Homepagebeitrag über Schliffpräparate von Roger Furze.