Aegocrioceras - eine Geode aus Resse wird transparent

Liebe Steinkerne,
 
vor ca. fünf Jahren hat Herr Uwe Buschlüter mit seinem Präparationsbericht
 
http://www.steinkern.de/praeparation-und-bergung/tips-tricks-und-fallbeispiele/678-aegocrioceras-spathi-aus-resse.html
 
unter den Aegocrioceras Sammlern für großes Aufsehen gesorgt. Ich selbst war auch hellauf begeistert von dieser transparenten Präparationsmethode, offenbart sie doch für den Sammler auch unbekannte Details die man in in dieser Form normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.
In diesen Berichten wird die Grube auch hervorragend beschrieben:
 
http://www.steinkern.de/fundorte/niedersachsen/172-die-tongrube-von-resse.html
http://www.steinkern.de/fundorte/niedersachsen/183-mikrofossilien...
 
Nun, da auch ich seit diesem Bericht ein großer Fan von Uwe's "Aegostufe" geworden bin, bin ich seinem Aufruf "einfach" mal gefolgt, der da hieß - und nun viel Erfolg beim Nachmachen.
 
Die größte Schwierigkeit bestand zu ersteinmal darin, eine passende Geode, die für so ein Projekt überhaupt geeignet zu sein schien, ausfindig zu machen. Für mich war auf jeden Fall klar das für so eine aufwendige Präparation nur eine besonders schöne Geode in Frage kommen würde und somit habe ich die Kriterien von Anfang an auch ziemlich hochgeschraubt. Es sollten sich möglichst komplette Individuen mit Wohnkammer auf beiden Seiten der Geode befinden. Auch sollten sich die Windungsquerschnitte der beiden Aegos voneinander unterscheiden um auch die Variabilität später einmal vorführen zu können. Es folgt nun eine kleine Bilderserie des Präparationsverlaufs.

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Eines Tages gelang mir ein Quer bzw. Längsbruch den man so, was Resse anbetrifft, wohl nur einmal  im Leben hinbekommt.Es ist bereits jetzt schon ein kompletter Aego zu erkennen.Das Tier läuft in die Geode hinein und am unteren Ende auch wieder hinaus


2.JPG
Der Längsbruch spaltet sich genau mittig durch das Fossil bis auf die Innenwindung. Diese hatt sich dabei so perfekt durch den Hammerschlag gelöst das sie nun lose auf der Geode aufliegt.
 
Deutlich sind die Zinkblendenkristalle zu erkennen. Das Stück wäre aber in dieser Form wohl eher ein Traum für den Mineraliensammler. Ich muß dennoch zugeben, dass mir das Zusammenkleben des gespaltenen Aegos letztendlich schwer gefallen ist.
 

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Die Innenwidung wird nun als erstes herausgenommen


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Auf der Rückseite zeichnet sich unten rechts ganz schwach eine Rippe eines evtl. weiteren Aegos ab.


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Das Anpräparieren offenbart, dass auch dieser Aego sehr gut erhalten ist. Hinzu kommt, dass es sich auch um einen Raricostatum handeln dürfte. Ein echter Glücksfall, denn somit wäre das Stück für eine transparente Ansicht hervorragend geeignet, da ich ja auch im Längsbruch auf der anderen Seite Kalzitadern erkennen konnte.


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Inzwischen habe ich den ersten Aego wieder zusammengeklebt und grob vorpräpariert.


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Es folgt dann das "runterpräppen" auf beiden Seiten bis die Kalzitadern etwas massiver bzw. dicker werden.

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Der erste Durchbruch sowie die freipräparierte Innenwindung.

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Beim zweiten Aego wird auch die gesamte Innenwindung herausgelöst und komplett freipräpariert.

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Das Herauslösen der Matrix geschieht durch eine abwechselnde Kombination, die aus Sticheln, Schleifen und Strahlen besteht.

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Nach vielen Stunden Arbeit hier nun das Ergebnis. Auf dieser Seite der Aego mit dem anfänglichen Längsbruch.



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Auf der gegenüberliegenden Seite präsentiert sich versetzt das zweite Exemplar - sozusagen von Angesicht zu Angesicht.

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Die Seitenansicht…

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zeigt das die Aegos nun durch die Kalzitadern gehalten werden


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Die Geode hat einen Durchmesser von ca. 23 x 14 cm.
 
Die Ammoniten sind jeweils 11 cm groß.
 


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Zum Schluss noch ein UV Foto. Leider nicht sehr gut zu erkennen, doch offenbart das violette Licht, dass die Kalzitadern auch quer durch die Aegos hindurchlaufen.


Fossil :        Aegocrioceras
Formation:  Kreide - Ober Hauterive
Alter:          130 Mill Jahre

Vielen Dank für Euer Interesse!
Axel Cordes


Bericht für Steinkern.de. Alle Rechte beim Autor.