Bayern

Die Tongrube von Marloffstein

von Sven von Loga

 

Die Tongrube von Marloffstein ist seit vielen Jahren aufgelassen und dient heute bei schönem Wetter als Badesee. Für Fossiliensammler ist sie überwiegend unergiebig, wenn sich auch noch in beschränktem Umfang eine recht interessante Kleinfauna – überwiegend Pyritammoniten – sammeln lässt.

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Blick in die Marloffsteiner Tongrube im Juli 2005


In Marloffstein wurden schwarze Tone des Unteren Lias delta abgebaut, die Fundmöglichkeiten waren zeitweise hervorragend. Schröder bezeichnet 1978 in Band 50 der Sammlung Geologischer Führer „Fränkische Schweiz“ Marloffstein als reichsten Fundort im Lias delta. Nach meiner Beobachtung zu dieser Zeit trifft dies auf die Artenfülle durchaus zu, in Bezug auf die Individuenfülle war aber die Tongrube von Unterstürmig sicherlich reicher.

Allerdings unterschieden sich die beiden Gruben stratigraphisch. Während Marloffstein beinahe noch den Übergang lias gamma/delta bot und das Profil des unteren Lias delta umfasste, war in Unterstürmig der Obere Lias delta mit Übergang zum Lias epsilon aufgeschlossen.

Zur Zeit des aktiven Abbaus war um 1980 ein etwa 25 m mächtiges Profil im Lias delta aufgeschlossen, der tiefste Punkt lag ca. 5 m über der Grenze Lias gamma/delta.

 

Im oberen Profilbereich fanden sich Lagen mit roten Toneisensteingeoden, die öfters weißschalige Ammoniten enthielten, die etliche Zentimeter Durchmesser erreichen konnten. Nett anzuschauen waren in diesen Geoden auch sog.“Ammonitengräber“, viele kleine weißschalige Ammoniten liegen kreuz und quer durcheinander.

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Kleines Ammonitengrab aus Marloffstein, Breite 7 cm

Im unteren Profilbereich fanden sich keine Geoden mehr, aber die schwarzen Tone lieferten teils recht große Amaltheen oftmals in brauner Schalenerhaltung, eine Vielzahl kleiner Pyritammoniten, auch oftmals mit brauner Schale sowie als Begleitfauna Pleurotomarien von einigen Zentimetern Größe, und häufig kleine Gastropoden, Muscheln, Belemniten, etc.

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Muschel aus Marloffstein.  
Größe : 3,5 cm

Eine große Besonderheit der Marloffsteiner Tongrube waren gelegentlich Pleuroceraten in Farberhaltung, also mit Originalpigmentierung der Schale. Aus Unterstürmig und Kalreuth sind solche Fundstücke meines Wissens nach nicht bekannt, wohl aber aus der Tongrube von Buttenheim.

Im Juli 2005 zeigte sich folgende Situation : der untere Profilbereich steht komplett unter Wasser. Die Schichten mit den roten Toneisensteingeoden stehen zwar noch am Hang an, gelegentlich finden sich Ammonitenbruchstücke und Negative, aber trotz recht intensiver Suche haben wir keinen einzigen Ammoniten gefunden.


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Pleuroceras salebrosum HYATT.   
Durchmesser : 5,2 cm

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Pleuroceras salebrosum HYATT.  
Durchmesser : 5,5 cm

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Stufe mit zwei Exemplaren von Pleuroceras salebrosum HYATT in einer Toneisensteingeode.  
Durchmesser des Exemplares in der Mitte : 4,7 cm

 

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Pleuroceras sp.
Durchmesser : 4 cm


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Amaltheus gibbosus (SCHLOTHEIM) aus der margaritatus-Zone von Marloffstein.   Durchmesser : 4,2 cm

 

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Amaltheus gibbosus (SCHLOTHEIM)  
Durchmesser : 4 cm

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Amaltheus gibbosus (SCHLOTHEIM) in brauner Schalenerhaltung.  
Durchmesser: 5,5 cm


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Amaltheus margeritatus (DE MONTFORT)   mit Negativ.   Durchmesser : 4,2 cm

 

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... und das zweite Negativ ist auch noch da und der Amaltheus ist beidseitig gut erhalten.

 

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Pleuroceras mit Gipskristallen besetzt.  
Durchmesser : 5,5 cm

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Pleuroceras in Toneisensteingeode.   Durchmesser : 2,8 cm

 

Fotos und Sammlung : Sven von Loga
Die Funde stammen aus den Jahren 1981 - 1983