Unterer Jura (Lias)

Ein ungewöhnlicher Ammonit aus dem Toarc der Causses

Diesen kleinen Ammoniten fand ich 1998 in St. Helene in den südfranzösischen Causses.

Auf den ersten Blick nur ein weiterer Hildoceras, dazu noch nicht einmal sonderlich gut erhalten. Das außergewöhliche an dem Stück ist, dass es weder einen Kiel noch Kielfurchen aufweist!

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In der Literatur (GUEX, SCIAU, MEISTER) habe ich keinen vergleichbaren Ammoniten gefunden. Handelt es sich etwa um eine neue, bislang nicht beschriebene Art?
 
Ich hab mir drei Erklärungsmöglichkeiten zurechtgelegt:

  1. Der Ammonit stammt gar nicht aus dem Toarc, sondern wurde von irgeneinem Sammlervorgänger in Helene entsorgt. Bei der Größe der Fundstelle wäre es aber doch sehr ungewöhnlich, dass ich ausgerechnet dieses Stück gefunden hätte…
  2. Eine neue Art? Eigentlich auch eher unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, wie lange schon Menschen im Toarc der Causses nach Ammoniten sammeln.
  3. Ein „kranker“ Hildoceras, der aufgrund eines genetischen defektes keinen Kiel ausgebildet hat. Für mich die wahrscheinlichste Möglichkeit, sind derartige „Fehlbildungen“ doch auch von anderen Fundstellen bekannt.

Auch wenn ich höchstwahrscheinlich leider keine neue Ammonitenart gefunden habe, ein durchaus interessantes und einmaliges Sammlungsstück! Hat jemand ähnliche Stücke aus den Causses, bitte bei mir melden!
 

 
Anmerkung von Sönke Simonsen, 7. Mai 2012:
 
Vermutung 3 ist richtig. Es handelt sich um ein pathologisch verändertes Exemplar. Diese pathologische Veränderung wird allgemein als "Ringrippigkeit" angesprochen (forma aegra circumdata).