Unterer Jura (Lias)

Sphenodus longidens - ein Haifischzahn aus Buttenheim

 

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Zwei kleine, gewöhnliche Vertreter von Pleuroceras, wie sie ein jeder in der Tongrube "Holzbachacker" bei Buttenheim finden kann.

Die Tongrube Buttenheim dürfte jedem Sammler ein Begriff sein, selbst wer noch nie selbst da war, weiß aus Erzählungen über das sogenannte "Unterstürmig 2", die Nachfolgegrube der schon fast legendären alten Grube, die jahrzehntelang tolle Fundmöglichkeiten für die Fossilien aus der Zone des Pleuroceras spinatum (Oberstes Oberpliensbach) geboten hat.
Nun ist "Unterstürmig 1" seit schon etwa einem Jahrzehnt Geschichte und in den Mittelpunkt des Sammlerinteresses ist die "neue" Buttenheimer Tongrube "Holzbachacker" gerückt.

Zwar existieren umfangreiche Sammlungen mit tollem Material aus dieser Grube, aber an die Fundmassen der Vorgängergrube wird Buttenheim wohl nie herankommen. Der Sammler kann sich jedoch damit trösten, dass andere Schichten als seinerzeit in "Unterstürmig 1" erschlossen sind, Buttenheim bietet nämlich einen Einblick in den Übergang von Amaltheen zu Pleuroceraten.

Dieser Bericht soll sich jedoch in der Hauptsache um einen seltenen Fund drehen, den mein Vater vor einigen Jahren in Buttenheim machte. Es handelt sich um einen Zahn der Haifischart Sphenodus longidens von 30 mm Länge. Für die Zuordnung danke ich Haizahnspezialist Marco Kannenberg.
An Zahnfunden sind mir neben diesem Stück aus Buttenheim nur ein Ichtyosaurierzahn und eine kleine Kauleiste bekannt (Stand 2005). Es wird sicherlich noch mehr geben, es steht dennoch fest, dass derartige Funde in Buttenheim, wie überhaupt im Oberpliensbach, absolut rar gesät sind.

Zähne des Haies Sphenodus sind übrigens aus dem gesamten Jura bekannt (z.B. auch aus dem Malm von Nusplingen und dem Dogger von Sengenthal).

Hier nun drei Abbildungen des 3 cm langen Zahnes des Haies Sphenodus (früher: Orthacodus) longidens (AGASSIZ, 1843):

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In der Tongrube Buttenheim wird nach wie vor abgebaut, zwar haben sich die Bedingungen in den letzten Jahren eher zum Negativen gewandelt, jedoch sind immernoch gute Funde möglich - vielleicht auch von wirklich seltenen Stücken!

Falls jemand auch Zähne aus Buttenheim hat, wäre eine Vorstellung auf Steinkern.de wünschenswert.

Sönke Simonsen

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Literatur zur Tongrube Buttenheim:
Simonsen, S. et al. (2009): Der Steinkern - Heft 2 (Buttenheim), 68 S., 32 Tafeln, Bielefeld.