Lausitzer Inklusen

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Otti
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Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Freitag 3. Juli 2020, 21:47

Hallo an Alle Bernsteinfreunde,

ich bin seit ca 2-3 Jahren zur Bernsteinsuche in der Lausitz unterwegs. Dabei entwickel man sich unweigerlich vom Anfänger zum interessierten Laien. Nachdem man dann das erste eingeschlossene Insekt entdeckt hat und das erste Mikroskop erworben wurde, kommt man davon nur noch schwer wieder los. Ich bin ursprünglich seit ungefähr 15 Jahren auf der Jagdt nach Fossilien unterwegs. Im Moment bin ich jedoch der Wunderwelt der Inklusen erlegen. Ich habe mittlerweile eine kleine Sammlung von Insekten und jetzt kommt der schwierige nächste Schritt der Bestimmung.
Vielleicht kann ja jemand helfen...
Ich fange mal mit einem Käfer nebst einem ??? Bernsteinschwimmer (event.Springschwanz oder Silberfischen) an.

Gruß,
Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von RM96 » Samstag 4. Juli 2020, 19:47

Moin Otti,

die zweite Inkluse ist ein Thrips oder auch Fransenflügler
(Thysanoptera). Die übersieht man schnell, da sie immer recht klein sind.

Viele Grüße
Robin

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Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Sonntag 5. Juli 2020, 16:35

Hallo Robin,

vielen Dank für die Bestimmung! Den kleinen Knirps hab ich tatsächlich erst spät entdeckt. Der relativ "große" Käfer lenkt die Aufmerksamkeit auf sich...

Grüße,
Otti

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Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Sonntag 5. Juli 2020, 16:36

Ich leg gleich noch eine Spinne und ein weiteres "Flugobjekt" nach.

Die Spinne ist leider von unten verlumt und ist von der anderen Seite Aufgrund einer Schichtläche ebenfalls nicht besser zu sehen...

Das zweite Objekt hab ich leider auch noch nicht besser Aufnehmen kann, vielleicht reicht es ja trotzdem für eine Einschätzung

Grüße
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Sonntag 28. März 2021, 18:20

Hallo Zusammen,
ich versuch nochmal ein paar Inklusen aus der Lausitz vorzustellen, um von Euch Hilfe bei der Bestimmung zu bekommen. Die Bilder sind mit einem einfachen Bresser Mikroskop mit einem Adapter für Handy gemacht. Leider noch nicht professionell, aber für den Anfang erstmal ok... Ich hoffe die Qualität ist ausreichend. Vor allem die stachelige "Puppe" (ca 4mm, schwer zu messen, da sie tief im Stein liegt) hat was für sich. Die etwas dunkle "Larve" (ca 5mm) ist die erste Inkluse, die ich im trüben Bernstein gefünden habe.
Bei der 3. Inkluse, mit ca 10mm (Weiße "Larve") fehlt leider der Kopf, vielleicht reicht es ja trotzdem für eine Bestimmung...

Mit Dank im Voraus,

Gruß,
Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Burschi1955 » Sonntag 4. April 2021, 21:14

Hallo Otti.
Ich traue mich heute mal an deine Inklusen heran. Es ist schwierig und mit viel Unsicherheiten behaftet.
Die erste scheint eine Exuvie (Häutungshemd) eines Doppelfüssers, einer Synxenidae, zu sein. Die kurzen Stummelfüsschen und die unregelmäßigen / ungleichmäßig langen Körperhaare könnten dafür sprechen.

Die zweite scheint eine Raupe eines Schmetterlings, Lepidoptera, zu sein. Im Bauchbereich sind 6 Beine und an den Hinterleibsegmenten scheinen „reduzierte Bauchfüsse“ -keine echten Beine- zu sein. Eine Käferlarve ist es offensichtlich nicht.

Die dritte Inkluse könnte eine Zikadenlarve sein. Dafür sprechen die kurzen Haken an den Beinen, kurze Haare auf dem Körper und die trotz Verlumung zu erahnenden Körpersegmente.
Aber es ist alles unter Vorbehalt und nur aufgrund der sichtbaren Körperteile versucht zu bestimmen.
Ich konnte dir hoffentlich ein wenig helfen.
Burkhard

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Burschi1955 » Sonntag 4. April 2021, 21:27

Zusatz:
Bei Larve 2 ist fast nichts zu sehen. Wenn die Larve nur 1-2 mm groß ist, in der Körpermitte 6 Beine und vorn ungewöhnliche Mundwerkzeuge sind, könnte es die Larve eines Netzflüglers sein. Ich habe eine solche Larve einer Neuroptera, spez. Rophalis relicta in der Galerie abgebildet. Bei der Namenssuche müsstest du sie finden.
Burkhard

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Mittwoch 7. April 2021, 00:17

Hallo Burkhard,
erstmal herzlichen Dank für die Bestimmung. Die 2. Larve liegt in einem trüben Stein und auch noch ungünstig an einer Bruchkante. Mit den jetzigen Mitteln bekomm ich leider keine besseren Bilder hin. Die Larve hat am After 2 Dornartige Fortsätze mit kleinen Borsten drum herum, ist leider schwer zu sehen...

Mich würde noch Interessieren, ob die Inklusen der Lausitz schon wissenschaftlich bearbeitet werden? Ich habe mittlerweile ca.100 Inklusensteine... Und falls jemand an Sandbernstein interessiert ist, kann er sich gern bei mir melden.

Gruß,
Otti

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Tapir » Mittwoch 7. April 2021, 09:21

Hallo Otti,

von Faunen- und Floreninhalt dürften sich die Lausitzer Bernsteine nicht sehr von den "Bitterfeldern" und den Baltischen unterscheiden. Gute Bestimmungsliteratur sind dafür die Atlanten von Wichard und Weitschat und von Carsten Gröhn.

Was ist "Sandbernstein"?
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von locastan » Mittwoch 7. April 2021, 09:39

Hi,

die Larve würde ich als Käferlarve ansprechen. Die Kopfform passt nicht zum Schmetterling und was da wie Pseudopodien am Hinterleib aussieht sind m.E. nach Luftblasen. Echte "Stummelbeinchen" würden den Körper deutlicher ausbeulen.

Gruß Mario.

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Mittwoch 7. April 2021, 18:59

Hallo Mario,

vielen Dank für die Einschätzung!

@ Tapir: Es gibt bei Wikipedia einen Eintrag zum Sandbernstein, im Mineralienatlas gibt es ebenfalls etwas dazu. Insgesammt schein mir das Thema noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklät, ob es ich um eine Bernsteinvariante handelt...

Gruß,
Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Tapir » Mittwoch 7. April 2021, 19:32

Hallo Otti,

danke, kannte ich noch nicht!

Besten Gruß

Johannes
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von LITHOPS » Donnerstag 8. April 2021, 11:58


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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Otti » Donnerstag 8. April 2021, 18:46

Ich möchte euch gleich noch ein schönes Stück vorstellen, eine Grabgemeinschaft mit vielen verschiedenen Insekten.
Einge bräuchten noch einen Namen :) Besonders schön ist die Stelzmücke mit der anhaftenden Milbe, die gerade hunger hat. Desweiteren ist eine Termite mit abgeworfenen Flügeln enthalten, ein Doppelschwanz, ein Fransenflügler, eine noch unbestimmte Mücke und "Borsti", der es mir besonders angetan hat. Es sieht so aus, als ob da das Ende des Schwanz fehlt? Ein paar abgetrennte Beine sind liegen unter dem kleine Kerl (ca. 3,5mm)
Der Stein ist ca. 3 cm lang und 1 cm breit und hoch und beinhaltet 7 Einschlüsse

Viel Spaß beim betrachten...

Gruß,
Otti
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Re: Lausitzer Inklusen

Beitrag von Burschi1955 » Donnerstag 8. April 2021, 20:28

Hallo Otti.
Das erste Bild sind beide Springschwänze, 2 Spezies der Tomoceridae, der rechte oben eventuell Entomombryomorpha, das dritte Bild auch ein Springschwanz mit einer sehr langen Sprunggabel.
Der Fransenflügler (Thysanoptera) ist so nicht näher bestimmbar.
Das 4. Bild ist eine männliche Zuckmücke, Chironomidae.
Die Termite (Isoptera) war ein geflügeltes Geschlechtstier, der Flügel könnte zu einer Reticulitermes sp. gehören.
Die mit den langen Beinen entweder Stelzmücke (Limoniidae) oder Schnake (Tipulidae). So nicht näher zu bestimmen.
Weiter viel Spaß beim suchen in den Steinen
Burkhard

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