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Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Donnerstag 10. Oktober 2019, 15:26
von Sönke
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Hi zusammen,

ich hatte es gestern im Sengenthal-Beitrag schon angedeutet, das Herbst-Heft des Steinkerns ist eine Spezialausgabe über Sengenthal, die insgesamt 100 Seiten umfasst, davon 34 Tafelseiten mit Abbildungen der Funde aus der 2014er-Grabung und 2 Dioramen des Paläo-Künstlers Joschua Knüppe.

Informationen zum Heft sowie Miniaturansichten einiger Vorschauseiten findet Ihr hier:
https://www.steinkern.de/inhaltsangaben ... nthal.html

Direkt zum Bestellformular geht´s hier:
https://www.steinkern.de/bestellformula ... nheft.html

Die Zeitschrift wurde am 10. Oktober 2019 an alle Abonnentinnen und Abonnenten verschickt.

Gerne könnt Ihr hier über das Heft diskutieren, sobald Ihr es vorliegen habt. :top: Ich hoffe, es gefällt dem einen oder anderen. Es war aus meiner Sicht an der Zeit, das im Steinkernheft auch einmal etwas ausführlicher über Sengenthal berichtet wird, das einfach eine legendäre Fundstelle ist, die auch von vielen Sammlern zwischen 2004 und 2014 besucht wurde. Danach ist es mit den Zugangsmöglichkeiten leider - aber aus nachvollziehbaren Gründen - etwas dünner geworden. Ich hoffe, dass man dem Heft ein wenig den Enthusiasmus des Verfassers für den Fundort anmerken kann, der einfach grandios erhaltene Fossilien liefert. :)

Viele Grüße
Sönke

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Donnerstag 10. Oktober 2019, 15:55
von Sönke
Hi zusammen,

da leider bei Weitem nicht für alle Grabungsfotos Platz im Heft war, dachte ich mir, hänge ich hier noch ein paar Bilder mit kurzen Kommentaren an, die nicht platziert werden konnten.

Vielleicht möchten andere Grabungsteilnehmer in den nächsten Tagen auch noch das eine oder andere nicht im Heft gezeigte eigene Foto hinzuzufügen. :) Oder unveröffentlichte Fossilien, denn auch hier musste eine gewisse Auslese getroffen werden, da es doch einiges an Doubletten gab.

Viele Grüße
Sönke

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Dienstag 15. Oktober 2019, 20:19
von danylo
Hallo Sönke,

als einer der "Mitstreiter" in 2014 gebe ich hier mal die erste Rückmeldung:
... Klasse!
Ich zähl´ kurz auf, was mir besonders gefällt:

1. Das Menschliche. Die Bilder von uns zölf sprechen Bände!
2. Die ausführliche Schilderung der Planung und Durchführung der Grabung bis hin zur Verteilung der Funde-
wird sonst kaum so anschaulich beschrieben und kann für etwas unerfahrenere Gruppen vielleicht hilfreich sein
3. Natürlich: Die schönen Fossilbilder!
Ich greif´ mir an die Nase: Die vielen, teils großen Ammoniten aus dem "Roten" liegen immer noch unpräpariert in meiner Garage.
Die Garantianen-Schicht hat mich derzeit einfach mehr interessiert. Und "nebenbei" habe ich ja meine Praxis...
4. Es freut mich besonders, dass Klaus Weiss in dem Heft die ihm gebührende Sengenthal-Ehrung erfährt!
5. und natürlich: Die Begeisterung kommt rüber, der Sengenthal-Hype, der ja auch Dich angesteckt hat.

Ich durfte ja bei meinen mittlerweile 10 Sengenthal-Vorträgen viel von dieser Begeisterung sowohl rüber-bringen als auch entgegen-nehmen.
Insgesamt waren da mehr als 200 Leute, dabei - bis auf vier- auch alle von unserer Grabungsaktion.
Kleines Highlight sind die Kurz-Videos, allen voran Markus Lücke und Bendikt Westenfelder beim Versenken der Metallkeile mit Vorschlaghammer.
Das ehrt- als kleine Ergänzung- auch Dein Heft!

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Mittwoch 16. Oktober 2019, 00:14
von wenzel
Und wieder ein tolles Heft !! Danke für das Thema Sengenthal Spezial !

Frank

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Mittwoch 16. Oktober 2019, 06:16
von Thomas_
Danke an alle Beteiligten für das schöne Heft,

eine legendäre Fundstelle, tolle Fotos, super Fundstücke, gut präpariert, besser geht es kaum.

Bei einem der Termine hatte ich mir auch eine Kiste voll Material mitgenommen. Daher freue ich mich sehr über das Heft.


Thomas
:Goni:

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Samstag 19. Oktober 2019, 19:01
von Victor Schlampp
Lieber Sönke,

liebe Mitautoren,

eine hervorragende Abhandlung über Sengenthal und das Sammeln. Erstklassige Fotos zeigen nicht nur Spitzenstücke, sondern geben auch einen Einblick in die langwierige Präparationsarbeit. Durch den Verzicht auf ausufernde Namensgebungen bei den Ammoniten - dies betrifft vor allem unnötige Untergattungs- und falsche Artnamen - kann man sehr gut die einzelnen Gruppen und auch mögliche Variationsbreiten erkennen. Ein für mich als Ammonitensammler interessantes und für Sengenthal seltenes Stück ist das rund 60 Millimeter messende Lissoceras (Abbildung 83).
Den einzigen Bestimmungsfehler, den ich finden konnte, ist der Ammonit Abbildung 77. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um ein ebenso typisches wie hervorragend erhaltenes Wagnericeras. Dass das Zentrum nicht überliefert ist, gehört bei dieser Gattung im Sengenthal zum Standard.

Liebe Grüße

Victor

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Montag 21. Oktober 2019, 15:45
von bener83
Lieber Sönke,
ein durch und durch gelungenes Steinkern-Sonderheft, das mir ganz besonders gefällt, weil es nicht nur die schweißtreibende Arbeit und tollen Fossilien zeigt, sondern auch die Natur, Geologie und Vorbereitungen der Grabung sowie den Zusammenhalt der 12 Teilnehmer eindrücklich darstellt.

Liebe Grüße von
Liane

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Dienstag 22. Oktober 2019, 00:09
von Triassammler
Hallo,

auch ich möchte mich als einer der damaligen "Mittäter" ganz herzlich bei dir, Sönke, für dieses wunderbare Heft bedanken, das noch einmal die Erinnerungen an eine wirklich außergewöhnliche, ja denkwürdige Aktion bei mir hat lebendig werden lassen.
Die Organisation und Durchführung und dabei der Zusammenhalt und das Miteinander aller Beteiligten suchen ihresgleichen und sind für mich nach wie vor ein Idealbild, wie man mit Teamwork wirklich Großes - Löcher, Fossilienmengen - zustande bringen kann.

Wie im Heft auch erwähnt haben dabei die ganz unterschiedlichen Interessen und Schwerpunkte der Gräber und Gräberinnen für einen abwechslungsreichen Fundquerschnitt gesorgt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aus meiner Gruppe die akribische Zerkleinerung und Sichtung des Garantianenooliths durch Danylo Kubryk und Michael Kegel - der resultierende Schotter hätte ohne Weiteres als sortenreine Körnung verkauft werden können :wink: (Abb. 108 im Heft). Durch dieses gewissenhafte Vorgehen kam eine Vielzahl von schönen und höchst interessanten Funden, bei Weitem nicht nur Ammoniten, zum Vorschein, von denen ein Teil auch meine kleine Sengenthal-Kollektion schmückt.
Das Verfahren der Fundaufteilung verdient ebenso höchste Beachtung.

Schließlich fand ich es auch sehr erfreulich, dass mehrere Teilnehmer sich Zeit genommen haben, um immer wieder die Grabungsstelle, die Personen bei der Arbeit und Funde im Fundzustand fotografisch festzuhalten. So ist ein reichhaltiger Bilderfundus zustande gekommen, der die im Heft gezeigten Fossilien in einen Kontext zu setzen vermag. Leider gibt es das von Hobby-Grabungsaktionen nicht häufig, weil bei - durchaus verständlichem - Immerweitergraben- bzw. -arbeitenwollen andere Dinge nachrangig werden.

Es ist wirklich sehr schön, dass diese Grabung und ihre Funde mit den Vorträgen von Danylo - ich durfte einen in Fellbach besuchen - und nun auch diesem Steinkern-Heft eine Dokumentation erfahren haben. Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön dafür! :top:

Zeigen möchte ich einen etwas aus der Reihe fallenden Fund von der Grabung, und zwar aus dem Ornatenton. Entdeckt habe ich ihn beim Herumklettern in der rückwärtigen Wand, um von oben ein letztes Foto der Mannschaft beim Abschließen der Grabung und Zusammenräumen der Werkzeuge zu machen: Ein dickes, gagatisiertes und teilweise von Pyrit/Markasit umschlossenes und durchsetztes Stammstück eines Baums mit 15 cm Durchmesser, sogar mit Astlöchern, von dem ich 30 cm aus dem Anstehenden ergraben konnte. Trotz langsamer Trocknung und Imprägnierung mit Tiefengrund kam es zu starker Schrumpfung, verbunden mit Rissbildung. Das Stück blieb dennoch recht beeindruckend.

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Zweieinhalb Jahre später hatte Markasitausblühung das ansehnliche Fossil in einen losen Haufen von Gagatstückchen, durchsetzt mit weißem Pulver, zersprengt, und einen Fleck in den Boden der Schublade geätzt. Ich musste das Stück leider entsorgen.

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Grüße,
Rainer

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Samstag 9. November 2019, 01:10
von MarkusL
Hallo Sengenthal-Team,
neben den tollen Fosslien von einer der genialsten Fundstelle für Dogger-Fossilien haben bei mir das Kennenlernen, Zusammenarbeiten, Schwitzen, Staunen und Lachen mit meinen lieben Sammlerkollegen/-kollegin und Klaus tiefe Eindrücke hinterlassen. Das schöne Heft, Sönke, hat diese Eindrücke und Erlebnisse wieder hervorgeholt.
Danke auch von meiner Seite an das Team. Hat riesig Spass gemacht mit euch, mit all den Frühstückseiern, dem Vorschlaghammer und den Keilen, dem Schlamm, der tollen Natur (Klaus hat sie uns ganz nah gebracht) und auch dem letzten Benni-Ammo, den wir am Schluß noch aus dem Bathonium gezogen haben :D

@Victor
Danke für deinen Korrekturhinweis.
Das Wagnericeras fand ich während der Baggerarbeiten auf der Halde. Irgendjemand aus der Gruppe sagte sofort "Wagnericeras".
Bei der abschließenden Verteilung wählte ich das Stück als Erstes. Eine Beschreibung und gute Bilder zu dieser Gattung zu finden, ist nicht einfach. Eine Ähnlichkeit zu Procerites ist vorhanden. Wir waren uns unsicher. Ich glaube es ist die Form der Rippen, oder? Hier noch einmal Bilder zu dem Stück.

Viele Grüße

Markus

Re: Der Steinkern - Heft 39: Sengenthal Spezial

Verfasst: Montag 11. November 2019, 17:10
von danylo
Lieber Markus,

ich würde den Ammo als Wagnericeras suspensum (Buckman, 1922) ansehen und gebe Victor Recht.
Zugegeben eine "Blickdiagnose", aber ich versuche ein paar Unterschiede zu Procerites zu benennen, welche die Gestalt betreffen:
Wagnericeras ist innen weitnabelig und wird außen engnabeliger- trifft hier 100% zu!
Bei Proceriten bleibt Nabelweite im Wachstum etwa gleich.
Meist ist Wagnericeras insgesamt engnabeliger als die meisten Proceriten, (aber es gibt auch engnabelige Proceriten)!
Wagnericeraten sind meist dicker, der Nabel tiefer eingesenkt.
Spezialisten (denen ich nicht angehöre) unterscheiden die Gattungen an der Berippung- da finde ich die Unterscheidung aber für mich schwieriger.