Meereskrokodil im Hobbysteinbruch am Blumenberg

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Thomas_
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Meereskrokodil im Hobbysteinbruch am Blumenberg

Beitrag von Thomas_ » Dienstag 4. Mai 2010, 14:02

http://www.steinkern.de/fossilien-aller ... deckt.html

Wirklich ein schöner Bericht!

Es ist immer schön, so einen tollen Fund quasi live mit zu erleben.

Über die überheblichen Kommentare einiger 'Offizieller' habe ich aufgehört mich zu ärgern. Die finanzielle Situation in den Gemeinden, Bundesländern und den Staaten Europas, zusammen mit der Schuldenlage und der gerade veröffentlichten Steuerschätzung lassen mich vermuten, dass diese Leute die letzten Vertreter einer sehr bedrohte Art sind und die Amateure langfristig die Fahne der Paläontologie hoch halten müssen :wink:

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Tapir
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Beitrag von Tapir » Dienstag 4. Mai 2010, 14:46

Ein schöner Bericht, ich hoffe die Bilder nach der Präparation werden dann noch nachgereicht (ich kann mir noch nicht genau vorstellen wie der Kleine mal aussehen wird)

Schön ist ebenfalls die Zuarbeit für diesen Bericht aus einem Spezialforum wie dem Solnhofenforum. Wir sind doch alle nur Sammler ;)

Vielen Dank nochmal allen an Bericht und Bergung aktiv Beteiligten.


Was das Zeitungszitat angeht, würde ich bitten zu bedenken dass zwischen gesprochenem und gedruckten Wort immer noch der Journalist UND der Redakteur liegen, die nicht immer alles so wiedergeben wie es gesagt wurde. Eine entsprechende Relativierung durch die Museumsleitung wäre natürlich wünschenswert.

Thomas_ hat geschrieben:[...] lassen mich vermuten, dass diese Leute die letzten Vertreter einer sehr bedrohte Art sind und die Amateure langfristig die Fahne der Paläontologie hoch halten müssen
Im Interesse der Sammler hoffe ich das nicht. Das fängt bei Sammlungsaufbewahrung an und hört bei der Forschung auf. Das ist schon alleine aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten, Kenntnisse und Herangehensweise so zu sehen. Aber egal wie man es sieht, nicht nur die berufsmäßigen Paläontologen und Geologen sind oft auf die Sammler angewiesen. Meist ist es auch umgekehrt so.
Zuletzt geändert von Tapir am Dienstag 4. Mai 2010, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Dienstag 4. Mai 2010, 14:51

Wie der Kerl aussehen kann, sieht man beispielsweise hier:
http://solnhofen-fossilienatlas.de/foss ... silid=1154
Ist zwar ein Paintener Exemplar und damit stratigrafisch älter, aber doch sehr verwandt...

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Beitrag von Tapir » Dienstag 4. Mai 2010, 14:58

Andreas hat geschrieben:Wie der Kerl aussehen kann, sieht man beispielsweise hier:
Nett. Hätte ich auch gerne mal für ein Jahr in der Wohnung hängen ;)
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Beitrag von Thomas_ » Dienstag 4. Mai 2010, 16:23

Im Interesse der Sammler hoffe ich das nicht. Das fängt bei Sammlungsaufbewahrung an und hört bei der Forschung auf.
Ich habe mal bei einer Exkursion mit PKWs zufällig den Leiter einer bedeutenden geologischen Einrichtung gefahren. Im Gespräch hat er etwas verbittert gemeint, die derzeitigen Situation in der Geologie und Paläontologie würden schon sehr an die Spätzeit antiker Reiche erinnern und er hatte mengenweise Beispiele aus der Sicht eines Insiders:
- Da werden ganze Sammlungen und Bibliotheken zum Sperrmüll gegeben
- Stellen nicht mehr besetzt, was zu unschätzbarem Wissensverlust führt, weil diese Art von Spezialwissen nicht mit Büchern weitergegeben werden kann und es überhaupt nur wenige Spezialisten für diese Themen weltweit gibt.
- Mit Paläontologie läßt sich kein Geld verdienen und man hält alles für bekannt und 'modelierbar'. Wozu weiter forschen und unnütz Geld ausgeben?
- Museen verfallen. Siehe Wuppertal und auch viele andere Sammlungen sind in schlechtem Zustand. Ich bin nicht sicher, ob es so eine gute Idee ist diesen Institutionen Material anzuvertrauen.

Daher mein zugegeben etwas sehr schwarz gemaltes Statement.

Ich hoffe auch es wird nicht so schlimm kommen.

Auf das Bild des fertig präparierten Krokos freue ich mich auch, bin mal gespannt was alles zum Vorschein kommt.

Thomas

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Beitrag von Lucky » Dienstag 4. Mai 2010, 18:15

Toller Fund und tolles Statement von Frau Dr.- erleichtert sicherlich das künftige Verhältnis zwischen den Damen und Herren im Elfenbeinturm und dem im Dreck wühlenden Sammler :(.
Viele Grüße Edgar

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Beitrag von Tapir » Dienstag 4. Mai 2010, 18:37

Thomas_ hat geschrieben: Ich bin nicht sicher, ob es so eine gute Idee ist diesen Institutionen Material anzuvertrauen.

Langfristig gesehen führt aber (trotz allem Negativem zur Zeit dass ich sehr wohl sehe und das mich ein klein wenig mehr betrifft als den Durchschnittssammler) kein Weg vorbei seine Sammlung, wenn bedeutend, einem großen Institut zu "vermachen" wenn man sie für die Nachwelt erhalten will. Und mit Institution meine ich nicht unbedingt eine Uni oder ein Landesmuseum.

Ber diese Sache wird jetzt zu offtopic. Und ist von den Meinungen her leider sehr festgefahren.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Freakshow
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Beitrag von Freakshow » Dienstag 4. Mai 2010, 19:04

Tapir hat geschrieben:...

Schön ist ebenfalls die Zuarbeit für diesen Bericht aus einem Spezialforum wie dem Solnhofenforum. Wir sind doch alle nur Sammler ;)

...
Eher wohl Sammler und Kriminelle.
"In erster Linie "sensationell" findet Kölbl-Ebert die Ehrlichkeit des Finders, was bei Fossiliensammlern eher unüblich sei."

Diese Aussage macht mich sehr traurig. Ich hoffe nur, das die studierte Vulkanologin mit weiteren derartigen Äußerungen nicht noch mehr Kollateralschäden anrichtet, denn wes wenden sich zunehmend Privatsammler aller Größenordnungen von diesem Hause ab.

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Beitrag von Tapir » Dienstag 4. Mai 2010, 19:29

Fairerweise muß ich sagen dass ich, wenn ich einen Vulkan finde ihn auch nicht abgebe. Aber vermutlich auch nicht mitnehme. ;)


Wie schon weiter oben gesagt, für wissenschaftliches Orginalmaterial sind auch solche Regionalmuseen wie Eichstätt, so toll wie sie auch sein mögen, nicht der richtige Aufbewahrungsort auf dauer.

Mein Material bekommt, wer damit arbeitet, bzw. zeigt dass viel Geld sinnvoll in den Sammlungserhalt fließt. Sprich meine Orginale gingen bisher nach Kansas ins Natural History Museum, aber auch nur weil für das Material dort ein Forschungsschwerpunkt existiert. In Deutschland sollten dass mind. Institute der Größe von Senckenberg sein.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Beitrag von Karsten » Dienstag 4. Mai 2010, 19:31

Auch von mir herzlichen Dank an die Autoren. Toller Bericht!

Die Äußerungen von Frau Dr. kann man doch nur so interpretieren, dass Sie, sollten sie denn korrekt wiedergegeben sein, noch nicht mit echten "Steinkernen" zu tun hatte :wink:
Grüße aus Kirchhellen,
Karsten

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Beitrag von Scaphites » Dienstag 4. Mai 2010, 19:37

Ein sehr schöner Bericht!
Freakshow hat geschrieben:
Tapir hat geschrieben:...

Schön ist ebenfalls die Zuarbeit für diesen Bericht aus einem Spezialforum wie dem Solnhofenforum. Wir sind doch alle nur Sammler ;)

...
Eher wohl Sammler und Kriminelle.
"In erster Linie "sensationell" findet Kölbl-Ebert die Ehrlichkeit des Finders, was bei Fossiliensammlern eher unüblich sei."

Diese Aussage macht mich sehr traurig. Ich hoffe nur, das die studierte Vulkanologin mit weiteren derartigen Äußerungen nicht noch mehr Kollateralschäden anrichtet, denn wes wenden sich zunehmend Privatsammler aller Größenordnungen von diesem Hause ab.
Hier möchte ich noch mal auf Johannes' Aussage hinweisen:

Was das Zeitungszitat angeht, würde ich bitten zu bedenken dass zwischen gesprochenem und gedruckten Wort immer noch der Journalist UND der Redakteur liegen, die nicht immer alles so wiedergeben wie es gesagt wurde.


An anderen Stelle wird die Museumsleiterin im Donaukurier nämlich etwas anders zitiert, da geht es eher um unlauteren Fossilienhandel:

http://www.donaukurier.de/lokales/eichs ... 75,2268063
"Die Ehrlichkeit des Finders betrachtet Martina Kölbl-Ebert zunächst einmal "als eigentliche Sensation" und spielt damit darauf an, dass auf dem Fossilienmarkt viel Ware zweifelhafter Herkunft kursiert."

Es wäre sehr interessant zu wissen, was Frau Kölbl-Ebert wirklich gesagt hat...

Viele Grüße

Andreas
Es starb zu derselbigen Stunde
die ganze Saurierei,
sie kamen zu tief in die Kreide,
da war es natürlich vorbei.

(Josef Viktor von Scheffel, 1856)

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Beitrag von Andreas » Dienstag 4. Mai 2010, 19:41

"Die Ehrlichkeit des Finders betrachtet Martina Kölbl-Ebert zunächst einmal "als eigentliche Sensation" und spielt damit darauf an, dass auf dem Fossilienmarkt viel Ware zweifelhafter Herkunft kursiert."

Das eine Zitat zieht die Sammler in den Dreck, das andere die Händler... Auch hier gibt es zahlreiche vorbildliche Beispiele von Schenkungen an die Museen.

Beides überflüssige Kommentare.

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Beitrag von Triassammler » Dienstag 4. Mai 2010, 20:19

Hallo,

leider kreist dieser Thread um die unglückliche Zeitungsberichterstattung, statt um die interessante Geschichte, die der Bericht erzählt...

Nun denn, nicht nur den Seitenhieb auf Sammler bzw. Händler hätte man sich in beiden Zeitungsartikeln sparen können, auch die Betonung des monetären Werts des Fundes ist wenig produktiv. Hinterlässt es doch den Eindruck, Fossiliensammlern wäre Geld das Wichtigste... Während in dem Bericht betont wurde, dass der glückliche Finder seinen Fund selbst fachmännisch geborgen hat, wurde in den beiden Artikeln immer nur von der Bergung "durch den Landkreis" gesprochen - die "Profis" haben wohl mehr Erwähnung verdient?
Was mir völlig fehlt: Ein paar Worte darüber, wie der Fund einzuordnen ist - ein, zwei Sätze über Plattenkalklagunen oder die Oberjura-Zeit wären sinnvoll gewesen.
Unterm Strich bleibt für mich der Eindruck, als hätte ein Lokalkäseblättchen hier die große Story von Mafia und Millionenwerten zu produzieren versucht :lol: So richtig schöner Sensationsjournalismus eben.

Es bleibt zu hoffen, dass es im Zuge der Präparation oder nach deren Beendigung noch eine nachfolgende Berichterstattung gibt, die hoffentlich Positives und Informatives zu berichten hat.

Gruß,
Rainer
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Beitrag von Miroe » Dienstag 4. Mai 2010, 20:19

Über die Klugheit einzelner Leiter(innen) paläontologischer Museen kann man ebenso trefflich spekulieren wie über die Ehrlichkeit einzelner Fossiliensammler(inne)n. Beides könnte ganz normal, aber auch nachgradezu eine Sensation sein.

Beste Grüße
Michael

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Beitrag von ceratites » Dienstag 4. Mai 2010, 22:02

Ein schöner Bericht, der sicherlich, wenn es denn mal soweit sein sollte, das ausgestellte Fossil in einem ganz besonderen Licht erscheinen lässt. Quasi vom Fund zum ausgestellten Stück. Ich finde es toll, dass der Finder das Fossil an das Museum abgeben wird und damit der Öffentlichkeit zugänglich macht, Kommentar hin oder her.

Die Frage, ob und welcher Institution man seine in langen Jahren mühsam zusammengetragene und mit viel Hingabe gehegte und gepflegte Sammlung oder auch nur ein Fossil anvertraut, ist immer eine schwierige Sache. Auch wenn einiges gegen kleine Museen spricht, ist es doch schön, wenn solche tollen Funde sozusagen an Ort und Stelle zu bewundern sind.

Grüße
Thomas

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