Paläontologische Exkursion nach Beckum

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Victor Schlampp
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Paläontologische Exkursion nach Beckum

Beitrag von Victor Schlampp » Sonntag 10. August 2008, 14:39

http://www.steinkern.de/exkursionsberic ... eckum.html

Vielen Dank an Thomas für den Artikel "Geologisch-Paläontologische Exkursionen ins ostmünsterländische Campan".
Diese Art der Gruppenbegehung ist meiner Meinung nach Vorbild und Möglichkeit für sinnvolles und zudem geordnetes Fossiliensammeln im 21. Jahrhundert. Es wäre schön, wenn dies Schule machen würde nach dem Motto Unter fachkundiger Führung mit einem Experten (einer Expertin) legal gegen eine Aufwandsentschädigung (zehn Euro finde ich voll gerechtfertigt) sammeln gehen.
Ob es funktioniert, hängt maßgeblich von drei Faktoren ab: Dem Potenzial an fachkundigen Leitern, die bereit sind, entsprechende Exkursionen zu führen; von Steinbruch- und Grubenbesitzern, die diese Art des Sammelns befürworten und fördern; von der Disziplin der Sammler, sich diesen Gruppen anzuschließen und die ansonsten geltenden Begehungsverbote zu respektieren.

Eine kleine Kritik an der Exkursion nach Beckum sei mir gestattet: Teilnehmer mit Sandalen beziehungsweise ohne Sturzhelm nahe hoher Wände, das geht nicht und wenn es schon passiert, dann möglichst solche Bilder nicht auf eine Sammlerseite stellen. Das schafft nur Argumente für Sammelverbote. Muss mich allerdings auch selber an die Nase fassen: Bei meinen begleiteten Exkursionen fehlt es leider auch nicht an Leuten, die wider jede Vernunft bekleidet einen Steinbruch betreten oder mit lemminghaftem Instinkt ohne Sturzhelm an die Wände laufen.

Ich werde mich bemühen, bei meinen Exkursionen in den nächsten Jahren folgende Standards beim Betreten eines Steinbruches zu erreichen:
Festes Schuhwerk (Wanderschuhe oder ähnliches); feste Kleidung (auch bei 30 Grad und mehr: lange Hosen und lange Hemden (mache das vielen Jahren so und habe bisher keinen Hitzschlag bekommen); Schutzbrille und Sturzhelm (auch wenn er an einer Wand bei einem Steinschlag meistens nichts bringt, es sieht einfach profimäßig aus :P )

Beste Grüße

Victor

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Sammeln im 21. Jahrhundert

Beitrag von Pleuro » Montag 25. August 2008, 20:39

Wenn so " das Sammeln im 21. Jahrhundert" aussehen soll, schmeiße ich meinen Geologenhammer weg und höre auf!!
Wir sind doch nicht Vereinsmeier wie in einem Schrebergartenverein und treten in Rudeln geordnet zur Exkursion an - der Charme des Hobbys liegt doch zum großen Teil darin, am Do oder Fr den Wetterbericht für´s Wochenende zu gucken und dann spontan!!! mit wenigen Kollegen eine Sammeltour zu organisieren.
Wenn man selber eine komfortable Dauergenehmigung für wenige Supersteinbrüche hat und ohnehin kaum anderweitig unterwegs ist, kann man sich gut aus dem Fenster lehnen und allen anderen vorschlagen, nur mit Genehmigung und am besten nur zu wenigen Terminen konzentriert im Jahr als "Rudel" zu operieren...

Zum Thema Genehmigung ist schon viel geschrieben worden, daher nur in Kürze: Die "Betreten verboten" Schilder müssen schon aus rechtlichen Gründen da sein, aber bei 90 % aller Steinbrüche interessiert es dann eigentlich niemand, solange - und das ist dann viel wichtiger !! als ein Stück Papier - sich jeder vernünftig verhält, keinen Müll, Zeitungspapier etc. zurückläßt und dezent auftritt.
Die meisten Steinbrüche, in denen nix mehr geht, sind dicht, weil Motocrossfahrer, ganze (nichtsammelnde) Familien mit Kinderwagen, Maschinenzerstörer oder Dieseldiebe sich dort getummelt haben, aber nicht wegen ein paar Sammlern.

Für die übrigen 10 % der "Locations" ist es dann sinnvoll, um eine Genehmigung nachzusuchen, aber da halte ich es auch für sinnvoller, über´s Jahr verteilt öfters in kleinen Gruppen aufzulaufen als wenige "Massenevents" pro Jahr zu machen (alle Fossilien außerhalb der raren Großtermine wandern halt ungenutzt in den Brecher ...).

Der Vorschlag zur "Kleiderordnung" ist am warmen Sommertagen auch etwas weltfremd (siehe z.B. die Bilder von Sengenthal oder Buttenheim), aber stabile Schuhe oder Stiefel, Schutzbrille, Handschuhe (und bei steilen Bruchwänden ein Helm) sind natürlich ein Muß! Beim Klopfen mit schwerem Gerät geht die höhere Gefährdung von den "Querschlägern" des Nachbarn aus, wenn man sich zu dicht auf der Pelle sitzt.

Wen es interessiert, ich sammel seit 30 Jahren im Beckumer Raum, habe mir mal prophylaktisch für das größte Zementwerk eine unbefristete Genehmigung geholt, bin aber nie dort oder in anderen Brüchen zwischen Ennigerloh und Beckum je gefragt worden, ob ich eine Erlaubnis hätte.

Ein Wort der Warnung: Es hat dort schräg zur Bankungsrichtung der Kalke dünne mergelige Schichtflächen und Verwerfungen, die bilden prima Rutschflächen, die in der frisch gesprengten Wand kaum auffallen. Da rauschen schon mal einige m³ ohne Vorankündigung runter, also wegbleiben. Es gibt in Beckum leider keine ausgeprägten Fossilhorizonte, also auch keine Versuchung, sich an senkrechte Wände zu stellen und zu schauen, ob dort was rausguckt .
Tipp für alle, die dort als angemeldete Gruppe auflaufen wollen - versucht mal als "Vorprogramm", eine Führung durch´s Zementwerk zu kriegen, ist schon imposante Technik.

Gruß!

Pleuro

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Victor Schlampp
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Fast ohne Kommentar

Beitrag von Victor Schlampp » Montag 25. August 2008, 23:04

hallo Pleuro,

für mich macht es keinen Sinn auf Deine unqualifizierten, teilweise auch unverschämten Antworten einzugehen.

Auch Gruß!

Victor

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Beitrag von Stephan » Montag 25. August 2008, 23:17

Ach Jungs.
Unqualifiziert? wer stellt denn die Zertifikate aus :wink:

Beste Grüße, Stephan
Fossiliensammeln, ich kann jederzeit damit aufhören, ährlisch!

Heribert
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Exkursion Beckum -- Kommentare

Beitrag von Heribert » Dienstag 26. August 2008, 11:51

moin moin Victor, moin moin Pleuro
Möchte kein Oel aufs Feuer giessen. Ihr habt ja beide mit Euren Ausführungen recht. Man sollte die jeweilige Sammelsituation (Aufschluss) und das dahinterstehende Interesse der Teilnehmer zur jeweiligen Exkursion berücksichtigen. Bei einer Exkursion mit erfahrenen Sammlern ist es einfach, führt man Nachwuchs an unser geliebtes Hobby, gibt es klärenden Einweisungsbedarf. Jeder trägt als Leiter seine besondere Verantwortung und sollte auf besondere Hinweise dankbar reagieren. Insofern kann ich neutral gesehen nichts unverschämtes bzw. unqualifiziertes bei den Ausführungen entdecken. Im übrigen ist es jedem selbst überlassen, wie und mit wem er sammelt, solange keine Schäden für Dritte daraus entstehen. Es ist durchaus ehrbar, mit persönlichem Engagement Exkursionen zu leiten, da diese einen Erfahrungsaustausch ermöglichen und Topfunde nicht ungesehen oder unerkannt verschwinden oder im Brecher landen.
Bleibt bitte sachlich und nehmt nicht immer alles so persönlich und lasst die Emotionen aus dem Spiel.
Hiermit sollte die Diskussion denn auch beendet sein.

Beste Grüße ... Heribert

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Beitrag von Thomas_ » Freitag 29. August 2008, 17:19

Ich möchte auch bitten, sich etwas zu beruhigen.

Diese Diskussion hatten wir ja schön ofter und ich denke jeder hat auf seine Art 'Recht'.

Ich mache organisierte Exkursionen auch recht selten, ist aber manchmal gar nicht so schlecht einen lokalen Experten dabei zu haben.

Andererseits komme ich gerade aus dem Urlaub und Sonntag soll das Wetter toll werden, hab noch nix organisiert, mal sehen wohin es mich so verschlägt :wink:

Kurz ich habe da Verständnis für beide Einstellungen. Viktor hat ja schon oft deutlich gemacht, das es bei einigen Aufschlüssen nur organisiert geht.

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Beitrag von Miroe » Freitag 29. August 2008, 19:44

Servus mitieinander,

unabhängig von den geäußerten, teilweise vielleicht gegenläufigen Ansichten möchte ich das nochmals betonen, was mich und offenbar auch Andere an dem Bericht wirklich gestört hat - und was auch unstrittig sein dürfte:

Berichte aus Steinbrüchen, in denen mit Verletzungen an nackten Füßen in Sandalen kokettiert wird, sollte es künftig nicht geben.

Wer in den Bruch geht, soll geschlossenes Schuhwerk tragen; wenn er hämmert, eine Schutzbrille, und, sofern ihn Steinschlag auch nur treffen könnte, immer einen Helm.

Wer sich an diese einfachsten Sicherheitsregeln nicht halten mag, sollte das Fehlverhalten zumindest nicht bei Steinkern öffentlich darstellen.

Beste Grüße
Michael

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Beitrag von Thomas_ » Samstag 30. August 2008, 07:35

Hallo Michael!

Im Bericht wird doch mehrfach eindeutig gesagt, das dies unpassende Bekleidung ist, also ist das Bild doch eindeutig als ein abschreckendes Beispiel zu sehen, oder?

Greiling

Re: Paläontologische Exkursion nach Beckum

Beitrag von Greiling » Samstag 30. August 2008, 08:18

[quote="Victor Schlampp"]Vielen Dank an Thomas für den Artikel "Geologisch-Paläontologische Exkursionen ins ostmünsterländische Campan".

Absolut korrekt, dem schließe ich mich an!


Diese Art der Gruppenbegehung ist meiner Meinung nach Vorbild und Möglichkeit für sinnvolles und zudem geordnetes Fossiliensammeln im 21. Jahrhundert.

Wenn es um sensible, oder um wieder zugängliche Aufschlüsse Handelt, die einer gewissen wissenschaftlichen Observation unterstehen, oder der Betreibe es verlangt, absolut. Oft bekommen Steinbruchbetreiber, die bis dato ihre "Ruhe" hatten einen Horror, wenn man in Rudeln auftaucht, bzw. eine Anfrage auf eine Rudelbegehung stellt. In meinen Augen ist es nicht zwingend der Schritt ins 21. Jhd.. Da geht mein Trend doch eher in Richtung Individualität und vor Allem in Richtuing Individualverhalten beim Sammeln.


Es wäre schön, wenn dies Schule machen würde nach dem Motto Unter fachkundiger Führung mit einem Experten (einer Expertin) legal gegen eine Aufwandsentschädigung (zehn Euro finde ich voll gerechtfertigt) sammeln gehen.


Absolut richtig, wer dafür Arbeitet, der soll auch dafür bezahlt werden. Aber, wer übernimmt denn die Haftung?? Wenn es sich um eine Geführte Exkursion handelt und der Leiter es nunmal nicht Verhindern kann, dass einem ein Stein auf die Schulter kracht (der Kopf ist ja über einen Helm geschützt)? Nicht alle Brüche sind solche Flachtümpel wie Beckum! Eine Frage, die man also bei einer solchen Exkursion auch unbedingt stellen sollte. Eine Frage, die der Veranstalter auch unbedingt mit dem Betreiber erörtern sollte!!



Ob es funktioniert, hängt maßgeblich von drei Faktoren ab: Dem Potenzial an fachkundigen Leitern, die bereit sind, entsprechende Exkursionen zu führen; von Steinbruch- und Grubenbesitzern, die diese Art des Sammelns befürworten und fördern; von der Disziplin der Sammler, sich diesen Gruppen anzuschließen und die ansonsten geltenden Begehungsverbote zu respektieren.

Hier sei noch die Gruppenstärke und vor allem der Grad der Erfahrung angemerkt. Wenn man eine Gruppe Novizen anleitet, dann sollte hier die Gruppe eher kleiner sein als bei erfahrenen Sammlern, und die machen noch genug Dummheiten! Bei Novizen ist immer die Gefahr vorhanden dass man bei einer Bergung mit eingeifen muss, damit ein Fund nicht zerstört wird. In dem Moment bekomt man selten mit, was die anderen Leute machen. von daher ist eigentlich anzuraten, dass immer zwei Betreuer auf einer solchen Exkursin dabei sein sollten.


Eine kleine Kritik an der Exkursion nach Beckum sei mir gestattet: Teilnehmer mit Sandalen beziehungsweise ohne Sturzhelm nahe hoher Wände, das geht nicht und wenn es schon passiert, dann möglichst solche Bilder nicht auf eine Sammlerseite stellen. Das schafft nur Argumente für Sammelverbote. Muss mich allerdings auch selber an die Nase fassen: Bei meinen begleiteten Exkursionen fehlt es leider auch nicht an Leuten, die wider jede Vernunft bekleidet einen Steinbruch betreten oder mit lemminghaftem Instinkt ohne Sturzhelm an die Wände laufen.

Absolut korrekt! Und was denkt der Herr wie groß eine Gruppe sein kann, die sich durch einen einzelnen Exkursionsleiter so kontollieren lässt, dass ein Maximum an Risiken ausgeschlossen werden kann??


Solche Kollegen, auch wenn sie dafür bezahlt haben, würde ich garnicht erst mitnehmen! Beitragserstattung und draussen lassen, da gibt es keine Diskussionen.

Ich werde mich bemühen, bei meinen Exkursionen in den nächsten Jahren folgende Standards beim Betreten eines Steinbruches zu erreichen:
Festes Schuhwerk (Wanderschuhe oder ähnliches); feste Kleidung (auch bei 30 Grad und mehr: lange Hosen und lange Hemden (mache das vielen Jahren so und habe bisher keinen Hitzschlag bekommen); Schutzbrille und Sturzhelm (auch wenn er an einer Wand bei einem Steinschlag meistens nichts bringt, es sieht einfach profimäßig aus :P )

Es gibt da einen Spruch, der da lautet:"Wer versucht, der scheitert". Wenn man eine Geführte Exkursion veranstaltet, dann muss man das, um die Teilnehmer zu bekommen, in der Regel irgendwo ankündigen. Wenn man sich absichern will, müssen die Teilnehmer vorab auch irgendwo unterschreiben. Bevor man startet, macht man eine Vorbesprechung. Auf dieser Vorbesprechung kann man all die Punkte vorab mit allen Konsequenzen klären. Auch die Aussage: wer diesen Standart nicht einhält, der muss draussen bleiben.

Und ganz zum Schluss noch eins, man sollte nicht nur aussehen wie ein Profi, man sollte sich in erster Linie verhalten wie ein Profi!!



Beste Grüße

Victor

Viele Grüße vom Greiling

(Die Farben dienen nur der Übersicht!)
Zuletzt geändert von Greiling am Sonntag 31. August 2008, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.

Heribert
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Beitrag von Heribert » Samstag 30. August 2008, 08:31

moin moin
ich denke, nun ist alles gesagt. Die Sonne scheint, der Aufschluss ruft, auf auf Ihr Gesellen, gute Funde! (Ehe es hier eine endlose Diskussion gibt.)
Ein schönes Wochenende, beste Grüße ... Heribert

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