Rückblick auf die Mineralien Hamburg 2019

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Sönke
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Rückblick auf die Mineralien Hamburg 2019

Beitrag von Sönke » Dienstag 14. April 2020, 23:06

Rückblick auf die Mineralien Hamburg 2019

Kurzfassung:
Auf der 42. Mineralien Hamburg präsentierten vom 4. bis 6. Dezember 2019 rund 400 Austeller den etwa 20.000 Besuchern ein facettenreiches Angebot mit einer Million Einzelobjekten: Schmuck, Mineralien und Fossilien. Was kaum jemand der in den Hallen Anwesenden zu dem Zeitpunkt geahnt haben dürfte: es sollte die letzte Mineralien Hamburg sein. Wie im März 2020 bekannt wurde, wird die Veranstaltung nicht fortgeführt, da sie trotz ihrer Größe und des nach wie vor vorhandenen Besucherzuspruchs offenbar nicht mehr wirtschaftlich durchgeführt werden konnte. Eine bedauerliche Nachricht für alle Fossilienfreunde, denn in Hamburg hat man sich mit vielen Mitmachaktionen für Kinder und Familien stets große Mühe gegeben, Besuchern ein angenehmes Ambiente zu bieten, in dem es immer wieder gelang Kinder und Jugendliche für Fossilien und Mineralien zu begeistern. Auch die Sonderschauen waren stets hochkarätig. So auch im Jahr 2019: die geologisch-paläontologische Sonderschau war thematisch passend für den Norden gewählt. Thema waren "Schätze der Ostsee", darunter Fossilien, Bernstein, Ostseejade und kristalline Geschiebe. Ein Augenschmaus nicht nur für die Mineralienliebhaber unter den Besuchern war eine große Kristallstufe, die "Flower of Uruguay". Besucher und Aussteller werden die Mineralien Hamburg vermissen. Eine Nachfolgeveranstaltung in Hamburg wäre sehr zu wünschen - vielleicht ergibt sich etwwas in einem anderen, kleineren Format oder der Veranstalter überlegt es sich noch einmal, nach einem "Sabbatjahr"?

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Lieber Dieter,

noch einmal vielen Dank für Deinen Bericht über die Mineralien Hamburg und Verzeihung dafür, dass es etwas gedauert hat, bis ich Zeit hatte ihn für die Homepage aufzubereiten. So lange, dass wir leider zwischenzeitlich die Information ergänzen mussten, dass es keine Mineralien Hamburg mehr geben wird. :( Wer hätte das gedacht? :cry:

Wie oben in meinem Einleitungstext formuliert und wie es auch Dein Artikel widerspiegelt, hat es der Veranstalter stets verstanden viele Mitmachaktionen anzubieten und immer auch ein offenes Ohr für den "nicht-(so)-kommerziellen Sektor" gehabt. Es ging in Hamburg nicht allein um den Kommerz, sondern auch darum Interesse für Paläontologie und Mineralogie zu wecken. Und genau deswegen ist es sehr bedauerlich, dass es diese Messe nicht mehr geben wird.

Ich war zweimal selbst mit einem Stand dort, was mir ansich gut gefallen hat (es war nur als Einzelkämpfer etwas lang mit drei Tagen plus Aufbautag und Vorbereitung, um das regelmäßig zu machen). Die Kooperation mit dem Messeteam war jeweils sehr angenehm.

Schade! Hoffentlich bleibt einiges der in Hamburg entfachten Aktivitäten in anderem Rahmen erhalten (Messen im Umland oder eine neue Messe in Hamburg, in etwas anderem Format?). Hamburg hat doch Potenzial für so etwas!

Insgesamt muss man sich aber schon fragen, warum Fossilien und Mineralien (jedenfalls Messen) immer unpopulärer werden? Da war doch mal was anders in den Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahren? Meine Vermutung ist, dass es vor allem die immer geringeren Möglichkeiten sind, die Hobbys Mineralien und Fossilien sammeln hierzulande aktiv auszuüben - Haftungs- und auch Denkmalschutzfragen spielen hier eine große Rolle (seien wir ehrlich: seit Einführung der Denkmalschutzgesetze ging es mit dem Fossilien suchen in weiten Teilen Deutschlands tendenziell bergab, jedenfalls in den Ländern mit überzogen restriktiven Regeln). Für Messen mit internationalem Angebot ist auch die internationale Gesetzgebung (Export) ein wichtiger Faktor, der durch das Kulturgutschutzgesetz von 2016 auch in Deutschland ein zunehmendes Maß an Bedeutung zukommt.

Wenn man die Begeisterung sieht, mit der Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Hunderten z. B. am "Regionsentdeckertag" in Scharen nach Höver strömen ... es sind einfach die limitierenden Faktoren (Zugang zu Aufschlüssen, schwieriger noch ohne Vorkenntnisse) und nicht etwa allgemeines gesellschaftliches Desinteresse oder kollektive Verdummung, die es heute so schwierig machen für unsere Zunft. Das stimmt nachdenklich.

Wenn diese Hobbys mit Volksbildungscharakter und somit auch große Mineralien-und Fossilien-Veranstaltungen (nach Corona) wieder Auftrieb bekommen sollen, liegt der Schlüssel hierzu perspektivisch wohl auch in ausgewogener Denkmalschutzgesetzgebung und verbessertem Zugang zu Aufschlüssen.

Bezüglich Hamburg: mal schauen, vielleicht gibt es ja doch noch so eine Art Wiederauferstehung in neuem Gewand? Es wäre zu wünschen! Nur bitte nicht so wie bei den Westdeutschen Mineralientagen, die im "Dortmunder Herbst" nicht nur auf- sondern auch untergingen.

Schöne Grüße
Sönke

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Re: Rückblick auf die Mineralien Hamburg 2019

Beitrag von Klapperstein » Donnerstag 16. April 2020, 20:16

Ja es ist schade zu sehen, dass solche Messen rarer werden. Ich persönlich bin zwar kein großer Käufer von Fossilien, gebe es jedoch ein größeres Angebot heimischer Fundstücke so wäre ich durchaus interessiert. Bei der Mineralien in Hamburg hatte ich immer das Gefühl dort wären noch vereinzelt heimische Händler anzutreffen und es gibt auch Material von Hobbysammlern. Hier könnt ihr mich auch gern wiederlegen, denn ich war ja selbst nicht dort.

Neben diesem Aspekt fand ich die Sonderschau immer sehr interessant und auch dieses Mal wurden alle meine Sammelschwerpunkte in der Sonderschau bedient. Hat dort jemand noch weitere Detailsfotos von den Vitrinen gemacht? Die Fotos auf der Website sind schon sehr gut, jedoch würden mich einzelne Fund in hochaufgelösten Detailfotos interessieren. Hierzu gern auch eine PN.

Viele Grüße
Stefan

"Wer suchet, der findet!"

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