Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

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Sönke
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Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von Sönke » Freitag 6. Dezember 2019, 20:31

Betrifft:
Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

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Hallo zusammen,

ich kann schlecht meinen eigenen Bericht kommentieren, möchte aber Euch dazu einladen es zu tun. :bg:

Beziehungsweise ginge es eigentlich eher darum, sich hier zur Ausstellung zu äußern:

An dieser Stelle möchte ich Heribert für sein Engagement danken, um dessen Ausstellung es ja geht. Solche Ausstellungen sind eine prima Sache, warum ich das u.a. so sehe, habe ich im Bericht angesprochen.

Ich hoffe, lieber Heribert, dass es Dir nichts ausmacht, dass ich Deine Ausstellung etwas gekapert habe, um mal wieder die Bedeutung unserer "Sportart" herauszustellen. Mittelfristig brauchen wir nämlich - fürchte ich - mal einen großen Wurf, damit auch die nächsten Sammlergenerationen noch auf Basis selbstgesammelter Fossilien derartige Ausstellungen präsentieren können. Dazu ist ein gewisses möglichst breit in der Bevölkerung angelegtes Verständnis für das Thema die beste Grundlage. Der Gedanke kam mir, denn die Bedeutung solcher kleinen Schauen, aber auch von Vorträgen, Exkursionen usw. ist absolut nicht geringzuschätzen. Der individuell betriebene Aufwand von Aktivposten wie Dir und anderen (vorher hatte ja auch Karina dort schon an gleicher Stelle ausgestellt) daher sehr zu begrüßen.

Herzliche Grüße
Sönke

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Frank
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Re: Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von Frank » Samstag 7. Dezember 2019, 18:04

Tolle Sache, Heribert, und auch Dir, Sönke, fürs berichten.
Es ist wirklich wichtig, mit dem Hobby zu "hausieren", es populär zu halten und bekannter zu machen. Fast alle Kinder mögen Fossilien, Saurier, Urzeit. Aber es geht verloren, wenn die meisten älter werden. Hat leider bei vielen ein Image des "staubigen", "schmutzigen", im Gegensatz zu Mineralien. Die stellt sich fast jeder neben das Brötchen...
Wenn man es schafft, Fossilien populär zu halten und das Image des Verstorbenen in Richtung der Schönheit und Historie zu bringen, kann man sicher ein wenig erreichen. Leider ist der Niedergang der meisten Gruben und Brüche etwas, was zum Rückgang des hobbies beiträgt... Wer "nicht mal eben" was sammeln gehen kann, um sich zu infizieren, tut es vielleicht nie....
Wir sind immer fleissig dabei, zu infiltrieren, und ab und an bleibt mal wer hängen...
viele Grüsse, Frank
"Hoffentlich unterläuft dem Irrtum ein Fehler. Dann kommt alles von selbst in Ordnung"

(Stanislav Jercy Lec: Das große Buch der unfrisierten Gedanken)

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Triassammler
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Re: Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von Triassammler » Sonntag 8. Dezember 2019, 22:24

Hallo,

manchmal habe ich den Eindruck, dass genau das Bestreben, Menschen in möglichst jungen Jahren an das Hobby heranzuführen, zumindest bei einigen kontraproduktiv sein könnte.
Ich bin in einer Region beheimatet, in der die Bürger traditionell Fossilien-affin sind und sich ein breiter Teil der Bevölkerung durchaus bewusst ist, dass das Ländle "steinreich" ist. Kinder werden häufig in der Grundschule oder in der Unterstufe nach Holzmaden zum "Klopfen" gekarrt, was dann ihre erste und oft einzige Berührung mit der Tätigkeit des Fossiliensammelns ist. Recht häufig höre ich von Menschen, die ich neu kennenlerne: "Was, du sammelst Fossilien? Echt jetzt, ist das nicht was für Kinder? Ich weiß noch, in der Grundschule waren wir mal in Holzmaden zum Schieferklopfen..." :roll: Immer dieselbe Leier, dem Hobby wird ungewollt das Image einer Beschäftigung für Kinder angehängt. Und, selbstverständlich vergeht den allermeisten jungen Menschen spätestens zum Berufseintritt, wenn nicht schon in Ausbildung oder Studium, jegliche Energie zur Ausübung eines intellektuell und körperlich herausfordernden Hobbys: Wenn sie sich zwischen ECTS-Druck im Studium und unsicheren Zukunftsaussichten in der Ausbildung, prekärem Beschäftigungsverhältnis und MBSR-Empfehlung des Arbeitgebers ("Wir erwarten schon etwas mehr Belastbarkeit") so langsam aufreiben und sich dann in Besitzstandswahrung und Familienburg flüchten, statt mit Hammer und Meißel in die weite Welt aufzubrechen und sich das Wissen in den Kopf zu schaufeln. Man kann es ihnen nicht verdenken. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Bildung jenseits der einen und immerwährenden Berufsqualifikation wird von der Wirtschaft und deren Bildungsexekutive im Staate nicht gefördert und auch oft nicht begrüßt, und kulturell ist derzeit auch nichts gefragt und nichts respektiert, was nicht der Serotoninausschüttung auf dem Sofa und vor dem Bildschirm dient. Macht dagegen was. Noch mehr Kinder nach Holzmaden zu karren scheint mir nicht die Lösung.

Grüße,
Rainer
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Heribert
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Re: Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von Heribert » Montag 9. Dezember 2019, 11:24

Hallo und moin moin
Danke, Sönke, für den ausführlichen Bericht zur Schleifmühle, Schwerin und der Ammoniten Ausstellung, die z. Zt. dort präsentiert wird.
Danke auch an Frank und Rainer für Eure Kommentare.
Hinzufügen möchte ich noch, dass Hedda und ich am WE 2 Tage einen Fossilienstand auf einem Adventsmarkt in Bad Oldesloe waren und
dort als Angebot auch Fossilien Schatzsuche im Sand für Kinder machten.
Am Sonnabend waren es 20 Kinder, am Sonntag sogar 50 Kinder, die begeistert, (einige kamen sogar 2 bis 3 mal), und stolz wie Bolle
mit Ihren Funden/Schätzchen mit den Eltern dann nicht mehr so gelangweilt durch die weihnachtlichen Austellungsräume bummelten.
Wir hoffen, den einen oder anderen hiermit an unser Hobby herangeführt zu haben, einen Grundstein gelegt zu haben.
Fröhliche , lachende Kinder übertrugen sich auf uns und die umliegenden Aussteller. Wir hatten Spaß und Freude an diesen beiden Tagen.

Beste grüße und munter bleiben ... Hedda und Heribert
Zuletzt geändert von Heribert am Dienstag 10. Dezember 2019, 09:14, insgesamt 2-mal geändert.

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fossihagen
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Re: Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von fossihagen » Montag 9. Dezember 2019, 13:56

Hallo,

mir macht es jedesmal viel Spass die begeisterten Kinder (kürzlich mal wieder in Buttenheim) beim Sammeln anzuleiten und ihnen beim Schatzbergen zu helfen. Leider hat mich als Kind keiner nach Holzmaden gekarrt (falsche Seite der Mauer ;-)) - aber ich kann mich auch erinnern etwa zur Zeit des Abis von einem Lehrer gefragt worden zu sein: "Was? das machen Sie immer noch." Bei den eigenen Kindern kann man auch nur "Angebote" machen - wenn sie Erfolgserlebnisse haben, bleibt irgendwas hängen.
Ich sehe das nicht so pessimistisch - eher im Hinblick auf legale und ungefährliche Möglichkeiten, mit Kindern sammeln zu gehen.
Grüße
H.

p.s.
@ Heribert: wie lange ist eure Ausstellung? Ich bin Anfang April vll in der Nähe von Schwerin.
H.

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Stefan W. 12
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Re: Aktuelle Ammoniten-Ausstellung von Heribert Schwandt in der Schleifmühle Schwerin

Beitrag von Stefan W. 12 » Montag 9. Dezember 2019, 15:55

Hallo zusammen,

erstmal danke an Heribert für die tolle Ausstellung! :D
So etwas zu gestalten ist schon eine Sache, die man nicht mal eben so mit links macht.
Konzept,Planung, Durchführung, Betreuung etc. sind eine zeitaufwändige Angelegenheit, immer auch in der Hoffnung,
dass man das Ganze so installiert hat, dass es bei möglichst vielen Besuchern eine Zeit lang im Gedächtnis bleibt und
bestenfalls als Anregung für eigene Aktivitäten der Besuchenden führt. Was bei Kindern noch einigermaßen klappt,
ist dann bei Erwachsenen, wenn sie nicht grade von sich aus auf das Thema kommen, dann schon eher fraglich.
Aus eigener Erfahrung (bisher 5 Ausstellungen zum Thema Fossilien) kann ich sagen, dass zwar ein gewisses spontanes
Interesse durchaus geweckt wird, die allermeisten Menschen dann aber auch schnell wieder zum "Tagesgeschäft" übergehen.
Wie weiter oben schon beschrieben, den Kindern billigt man das noch zu, aber für sich selbst ist das dann wohl nicht das Richtige.
Angesichts jahrmillionenlanger Enstehungsprozesse, erdgeschichtlicher Vorgänge, die für Viele ausserhalb der eigenen Vorstellungskraft
zu liegen scheinen und dann noch das beschwerliche Suchen, Finden und Präparieren ist für die Meisten wohl nicht denkbar.
Aber dass es noch Enthusiasten gibt wie Heribert, ist ein hoch einzuschätzender Beitrag für die Allgemeinheit, um immer mal wieder ein
Spotlight auf unser tolles Interessengebiet zu werfen, auch in Hinblick auf den Nachwuchs der "Branche"!

Weiter so und viel Erfolg für die Ausstellung, Heribert!
Glück auf!
Stefan.
Wenn wir uns etwas herausgreifen, bemerken wir, dass es mit allem
anderen im Universum zusammenhängt. John Muir

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