Fossilien aus der alten Ziegeleitongrube Bünde-Ennigloh

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amaltheus
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Fossilien aus der alten Ziegeleitongrube Bünde-Ennigloh

Beitrag von amaltheus » Donnerstag 16. Februar 2012, 22:36

Betrifft: Fossilien aus der alten Ziegeleitongrube Bünde-Ennigloh

http://www.steinkern.de/fundorte/nordrh ... igloh.html

Hallo Maik,

schon klasse was aus dieser Grube alles rausgekommen ist.
Deine Präparation ist auch toll.
Die Stücke brauchen den Vergleich mit keiner Fundstelle scheuen.

Das Ammonitengrab und der potentielle Pleuroceras yeovilense
gefallen mir besonders gut.

Von so einem grob berippten Pleuroceras habe ich selber bisher
auch nur ein einziges Stück finden können.
Auf Steinkern habe ich bisher - wenn ich mich recht erinnere - auch noch
keinen gesehen. Auf jeden Fall eine seltene Variation.

Gruß Thomas

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Maik Sieker
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Beitrag von Maik Sieker » Samstag 18. Februar 2012, 23:56

Hallo Thomas,

der Pleuroceras cf. yeovilense ist schon für diese Region ein seltenes Stück. Auf den ersten Blick erinnert er schon ein wenig an Pleuroceras spinatum. Dafür hat er allerdings eine nicht so enge Berippung. Irgendwann werde ich mich mal daran machen und die Innenwindung ausgießen und ihn dann komplett freizulegen. Schade, daß sämtliche Lias delta Gruben in der Region von der Bildfläche verschwinden! Und bei denen die noch im Abbau stehen, wird nur in den verwitterten Tonen abgebaut. So war dies schon eine einzigartige Sache, die
in diesen Schichten nicht so schnell wieder kommen wird. Ich finde dieser Fundort muss sich hinter den süddeutschen nicht verstecken. Hätte man dort früher sammeln können... .Habe mal gehört, daß von damals Fundstücke in einem Hamburger Museum liegen sollen. Kann mir jemand dazu näheres sagen?

Gruß Maik

Icecube
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Beitrag von Icecube » Sonntag 19. Februar 2012, 13:35

Hallo Maik,

setzt dich mal mit dem NKM Bielefeld in Verbindung, die haben nach meinem Wissen auch div. Stücke von dort. Zudem hast du schonmal beim Doberg-Museum Bünde angefragt... bei der räumlichen Nähe sollte da ja zumindest aus Altsammlungen verstorbener Regionalsammler einiges vorliegen

Icecube

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Stephanoceras
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Beitrag von Stephanoceras » Mittwoch 22. Februar 2012, 18:57

Hallo Maik,

mit einem sammlerkollegialen "Du" melde ich mich zu deinem Liastongrubenbericht.
Ein sehr schöner Beitrag, und vor allem eine ganz tolle Sammlung, - dabei auch keine schlechten Bilder der Fossilien! (Gruß an Sönke ;-) ). Wann hast du die Funde denn gemacht (seit 1994 NSG)?

Ich zeige einen Fund aus der Zeit um 1980, wo ich leider keinerlei Vermerk über die Herkunft mehr dranhabe (ich war zu der Zeit den Fossilien etwas untreu geworden und mehr ornithologisch unterwegs). Durchmesser ca. 45mm.
Bin mir ziemlich sicher - aber eben nicht zu 100%, dass er aus "Ennigloh" (eigentlich Bünde/Holsen) (vorderer/südlicher Grubenbereich) stammt. Vielleicht kann mir das ja jemand bestätigen oder verwerfen und einen Bestimmungsvorschlag machen. Oft hilft ja auch die Matrix.
(PN geht logischerweise auch)

Viele Grüße aus dem Ex-Sammler-Dorado (Holsen/Doberg) Bünde

Fritz
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Maik Sieker
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Beitrag von Maik Sieker » Donnerstag 23. Februar 2012, 00:54

Hallo Stephanoceras,

das ist ja ein super Stück!!! Meines Meinung nach müsste es sich dabei um Pleuroceras apyrenum handeln. Die Apyrenum- Subzone stand im südlichen Grubenareal der alten Ziegeleitongrube Ennigloh an (die Bahnlinie ist die Grenze nach Bünde- Holsen. Die Grube gehört also zu Ennigloh.). In diesem Grubenbereich tauchten bei der Renaturierungsmaßnahme auch die meisten Geoden auf. Dein Stück sieht so aus, als wäre es eine Ein-Schlag Präparation gewesen. Das sind die Liebsten! Ansonsten sind viele Geoden von dort knüppelhart und somit schwierig zu präparieren. Meistens geht dabei die Schale flöten, während sie bei deinem Ammo erhalten ist.
Meine Stücke stammen fast ausnahmslos aus dem Jahr 2008. Damals hat man in und in der Nähe der Grube ordentlich gebaggert. Man begann zunächst mit Baumfällarbeiten und Strauchwerkentfernung. Danach wurden dann etliche Tümpel und besagter Graben angelegt. Als dann der Graben im südlichen Teil gebaggert wurde, schnitt man auch die alten Geodenhaufen an. Man musste an manchen Tagen die Geoden nur noch aufklöppeln! Teile des Tons wurden auch auf eine nahegelegene Grünabfalldeponie zwischengelagert.
Wenn Du mal Zeit hast kannst Du ja gerne mal bei uns im Bünder Paläontologischen Arbeitskreis reinschauen! Wir treffen uns jeden 2. Freitag im Monat im Bünder Dammhaus (Museumsinsel) und demnächst vielleicht auch wieder in den Räumlichkeiten des neuen Dobergmuseums.

Gruß Maik

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Stephanoceras
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Beitrag von Stephanoceras » Freitag 24. Februar 2012, 16:58

Hallo Maik,

du hast eine PN erhalten :wink:

Fritz

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