Sammlungskatalogisierung - wenig geliebt, aber notwendig!

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Moderator: Sönke

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Triassammler
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Beitrag von Triassammler » Montag 10. Januar 2011, 19:41

Hallo Karsten,

mit so einer Kamera liebäugele ich auch schon :wink: Das ist was Feines!

Allerdings (ich halte niemanden für doof, aber scheinbar wird es doch ab und zu vergessen, weshalb ich es wichtig finde, sich darüber bewusst zu sein): Gespeichert wird der Standort des Fotografen, nicht die Position des aufgenommenen Motivs. Kein Problem, wenn man direkt vor der Aufschlusswand steht, die paar Meter liegen noch fast innerhalb der Messgenauigkeit des Geräts, aber der Aufschluss vom gegenüberliegenden Talrand oder aus einiger Entfernung übers Feld fotografiert passt nicht mehr zu den Koordinaten.

Sehr häufig trifft man das bei Google Earth an, wenn man sich die Bildpositionen anderer User mit anzeigen lässt: Da streut die Ortsangabe schon mal 1-2 km um eine Sehenswürdigkeit herum, je nach der Stelle, an dem das Bild aufgenommen wurde.

Gruß,
Rainer
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melano
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Koordinaten

Beitrag von melano » Montag 10. Januar 2011, 20:06

Servus Sönke,

vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

Mit besten Grüssen,
melano

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Stefan W. 12
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Beitrag von Stefan W. 12 » Montag 10. Januar 2011, 21:32

Hallo zusammen,

es ist erfrischend zu sehen, was ihr da alles für euere Sammlungen tut!
Ich denke, mit eueren Beiträgen seid ihr nicht nur Beispiel gebend und anregend für bisher Unentschlossene, sondern es wird auch die Notwendigkeit einer Inventarisierung deutlich! Danke euch allen! :top:

@Montipongo: du hast geschrieben:
Für mich ist das nicht Luxus, sonder Notwendigkeit

Ich hatte dies auch nicht als Luxus benannt, sondern als "sehr professionell". Das ist ein Unterschied.
Es muss jedoch jeder für sich selbst herausfinden, wieviel Professionalität er braucht und für sich anwenden will! Jede Form der Erfassung ist jedenfalls besser, als keine , ich denke mal, darum ging es auch Sönke.

LG Stefan.

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Othnielia rex
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Beitrag von Othnielia rex » Montag 10. Januar 2011, 23:31

triassammler hat geschrieben: Sehr häufig trifft man das bei Google Earth an, wenn man sich die Bildpositionen anderer User mit anzeigen lässt: Da streut die Ortsangabe schon mal 1-2 km um eine Sehenswürdigkeit herum, je nach der Stelle, an dem das Bild aufgenommen wurde.

Das ist also der Grund dafür! Ich habe mich immer wieder darüber gewundert und bin letztlich zum Schluss gekommen, dass die Leute, die das online gestellt haben einfach zu ignorant sind - dabei war ja ich der Dumme! Hätt aber auch gleich draufkommen können ;-)

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tbillert
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Beitrag von tbillert » Donnerstag 3. Februar 2011, 15:16

Hallo zusammen,

jaja, das Thema Katalogisierung gehe ich auch recht halbherzig an. Bisher liegen ein paar Zettel bei den wichtigsten Fossilien, den Rest habe ich im Kopf katalogisiert (ich habe fuer Fundstellen, -zeitpunkte und -schichten eigentlich einen ganz guten Merks, will diesen aber auch nicht bis zum Schluss ausreizen :-). Ich plane deshalb also auch, mal eine Beschriftung an den Fossilien anzubringen und die wichtigsten Daten in eine Tabelle zu tippen. Danke fuer die Tips diesbezueglich, Soenke - so in der Art werde ich das wohl auch tun. Frueher habe ich mal mit Tipp-Ex und schwarzem Edding beschriftet, das ging auch ganz gut.

Mein Problem ist aktuell auch, dass noch zuviel Material ungepraeppt im Schuppen liegt. Etikettieren und katalogisieren moechte ich das erst, wenn es fertig ist. Oder wie handhabt Ihr das?

Bezueglich GPS-Daten: wenn Ihr keine Kamera habt, die Fotos geotaggen kann, dann hilft ein GPS-Logger. Das ist ein recht preiswertes Geraet (30 - 50 EUR), was im Sekundentakt seine GPS-Position aufzeichnet. Die kann man dann beispielsweise als KMZ-File fuer Google Earth auslesen. Es gibt auch Software, die aufgenommene Bilder automatisch anhang eines solchen Tracks geotaggen kann. Dazu muss man halt die Uhrzeiten von Logger + Kamera vor der Tour genau synchronisieren. Dann bei besonderen Funden gleich ein Bild machen, und man hat die Position.

Die Geotagging-Funktion liebe ich bei meinem iPhone. Fuer mein frueheres Nokia E90 (und andere Symbian-Handies) gab es dafuer ein Programm, was im Hintergrund lief und ueber die Handykamera aufgenommene Bilder gleich mit den Positionsinformationen versehen hat. Leider geht die GPS-Nutzung bei Handies gewaltig auf die Akkulaufzeit.

Viele Gruesse,

Thomas.
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bifer
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Beitrag von bifer » Donnerstag 3. Februar 2011, 15:46

Ich benutze eine MySQL-Datenbank mit vier Tabellen. Mangels gescheiterter Umsetzung in OpenOffice und Access für gleichzeitiges Füllen von Fossil-, Systematik- und Aufschlusstabelle (in Lotus Approach von 1997 hatte es mal ohne Bilder funktioniert!) benutze ich jetzt als Oberfläche phpMyAdmin.

Anbei ein Auschnitt aus der Tabelle. Beide Bilder gehören nebeneinander.
Mein Schlüssel für die Fossilienidentifkation ist:
3 Zeichen Systematikkürzel
4 Zeichen für Fundjahr
4 Zeichen für Fundortkürzel
5 Zeichen laufende Inventarnummer

Die Systematiktabelle enthält ausgesuchte Zuordnungen aus dem Handbuch für Fossiliensammler von A.E. Richter. Das reicht für meine Bedürfniss.

Die Fundorttabelle enthält unter anderem, sofern möglich Hoch und Rechtswerte. Seit neuestem füge ich Google-Maps URL's dazu.

Das ganze ist nur für Computerkenner einzurichten. Benötigt wird Datenbankserver, Webserver, phpMyAdmin.

Leider bin ich auch etwas nachlässig, beim Katalogisieren. Ich bin erst bei 180 Einträgen.
Dateianhänge
Fossiliendatenbank_Systematik1.jpg
Systematiktabelle
Fossiliendatenbank_Systematik1.jpg (233.29 KiB) 19356 mal betrachtet
Fossiliendatenbank_fossil2.jpg
Fossilientabelle rechtes Bild
Fossiliendatenbank_fossil2.jpg (81.33 KiB) 19367 mal betrachtet
Fossiliendatenbank_fossil1.jpg
Fossilientabelle linkes Bild
Fossiliendatenbank_fossil1.jpg (132.17 KiB) 19362 mal betrachtet

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tbillert
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Beitrag von tbillert » Donnerstag 3. Februar 2011, 15:56

...wobei so ne Loesung auch den Vorteil hat, dass Du sie von ueberall her erreichen kannst - wenn Du die Datenbank natuerlich nicht lokal auf Deinem Heimcomputer, sondern irgendwo bei einem Webhoster laeufen laesst. Da koennte man ja noch ein schoenes Webinterface basteln, was die Anzeige und das Editieren der Datensaetze ermoeglicht. Braucht allerdings maechtig Ahnung in PHP...

Gruss,

Thomas.
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bifer
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Beitrag von bifer » Donnerstag 3. Februar 2011, 16:27

Hallo Thomas,

es läuft momentan auf meinem Heim-PC (Windows oder Linux), aber bei einem Provider könnte man die leicht einrichten. PHP war auch einer meiner Versuche. Ein Abfrage-Interface hatte ich für PHP4 (inzwischen veraltet). Nur mit dem gleichzeitigen Schreiben in verschiedene Tabellen will es auch nicht klappen. Dafür waren meine Kenntnisse dann zu gering.

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tbillert
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Beitrag von tbillert » Donnerstag 3. Februar 2011, 16:34

Hallo bifer,

meine leider auch. Sowas kann ich nur vorgefertigt einrichten und verwenden (sprich, ein CMS). Man muesste glatt mal schauen, ob es sowas wie ein flexibles Datenbankinterface fuer MySQL auf PHP-Basis gibt, was man auch fuer Fossilien verwenden kann...

Gruss,

Thomas.
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Online Datenbank mit PHP und MySQL

Beitrag von ~MH~ » Montag 14. Februar 2011, 15:50

Hallo zusammen,

auch mich als Mikrofossilsammler hat die Frage beschäftigt, wie katalogisiere ich meine Sammlung. Hinzu kam noch die Frage, wie zeige ich meine Stücke, die mit dem bloßen Auge nicht betrachtbar sind. Als Lösung entschloss ich mich Fotos zu machen und diese mit Daten zur Katalogisierung zu versehen.

Ausgestattet mit Fotos und Daten war es dann nur noch ein kleiner Schritt zu Mysql, PHP und einer Webseite. Denn was ist schöner als die eigene Sammlung zeigen zu können und auch noch Besucher zu haben.

Der größte Aufwand steckt in den Fotos und dem Katalog, zu schade diese Infos nur zuhause auf dem PC zu haben. Neue Daten pflege ich in Excel ein und lade diese en-bloc in meine Mysql-Datenbank. 100 Datensätze mit je rund 30 Kriterien dauern 20 Sekunden im Upload.

Auf der Webseite bauen sich die meisten Seiten automatisch auf. Zum Beispiel hat die Einzelseite für jedes Stück nur noch Platzhalter, die für die gewünschte Katalognummer alle Daten (incl. Links) einlädt und anzeigt. siehe z.B. http://www.foraminifera.eu/single.php?n ... tion=suche. Ähnliches gilt für Gattungsseiten und Seiten der Finder.

Dass pro Tag rund 100 Besucher meine Ausstellung besuchen und im Schnitt 6 Minuten verweilen hat vor allem damit zu tun, dass es nicht viele umfassende Foraminiferenseiten im Internet gibt. Andere Sammelgebiete mögen schon stark vertreten sein, hier wäre die Beteiligung an einem Projekt zu überlegen.

Fazit: Lasst nicht Eure Daten zuhause vergammeln, sondern geht online.
www.foraminifera.eu
~MH~ Michael Hesemann aus Hamburg

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Beitrag von tbillert » Montag 14. Februar 2011, 16:13

Hallo Michael,

Klasse. Sowas schwebte mir vor, als ich las, dass bifer seine Sammlung mit PHPmyAdmin verwaltet.

Hast Du Deine Seite selbst geschrieben, oder auf irgendeine fertige Loesung zurueckgegriffen? Ich hatte letztens mal geschaut, ob es Loesungen auf PHP/mySQL-Basis gibt, die wie eine Desktop-Datenbank funktionieren und leicht konfigurierbar sind, hatte aber nicht gefunden, was passen koennte.

Gruss,

Thomas.
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Beitrag von ~MH~ » Montag 14. Februar 2011, 22:01

Hallo Thomas,

meine Seite habe ich selbst geschrieben, um alles so machen zu können, wie ich es haben will.

MySQL und PHP sind eine Standardlösung, die relativ leicht zu bedienen ist. Ohne die Bereitschaft sich mit der Materie einige Wochenenden zu beschäftigen wird es allerdings nicht gehen.

Es empfiehlt sich eine Webseite mit MySQL/PHP für ca. 50-70€ pro Jahr anzuschaffen und rumzuexperimentieren.

Gruß Michael
www.foraminifera.eu
~MH~ Michael Hesemann aus Hamburg

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Beitrag von tbillert » Montag 14. Februar 2011, 22:13

Hi Michael,

Wow, Hut ab! Webspace ist vorhanden, aber keine Zeit. Websites betreue ich schon ein paar, allerdings dann mit fertigem CMS, so dass ich mit PHP selbst nicht in Berührung komme. Aber vielleicht ist so ein Sammlungskatalog mal ein Projekt, womit man nen Einstieg bekommen kann.

Gruß,

Thomas.
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Re: Sammlungskatalogisierung - wenig geliebt, aber notwendig

Beitrag von Temnocidaris » Donnerstag 22. November 2012, 20:21

Hallo Steinkerne,

ich habe den Artikel auf steinkern.de und diese Diskussion hier als Neuling aufmerksam durchgelesen. An eine Sammlungskatalogisierung hatte ich zuvor noch nicht gedacht. Es scheint mir aber sehr vorteilhaft zu sein. Also habe ich mir erst einmal eine auf 100 Fossilien beschränkte Gratisversion von Trilobase heruntergeladen. Ich bin mir nur noch nicht so sicher, wie ich die Fossilien mit Nummern versehen werde.

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Re: Sammlungskatalogisierung - wenig geliebt, aber notwendig

Beitrag von Othnielia rex » Donnerstag 22. November 2012, 21:10

Temnocidaris hat geschrieben: Ich bin mir nur noch nicht so sicher, wie ich die Fossilien mit Nummern versehen werde.
Du hast da, grob gesagt, zwei Möglichkeiten: Entweder einfach durchnumerieren, oder komplexe Nummern vergeben, in denen zusätzliche Infos verpackt sind, wie Fundstelle, Schicht oder Art des Fossils.

Oder meinst Du eine Kennzeichnung direkt am Objekt?
liebe Grüße, Michael

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