Meeresausstellung im Dobergmuseum Bünde: Endlose Weiten und lichtlose Tiefen – das Blau unseres Planeten (mit vielen fossilen Exponaten!)

Am Sonntag, 15. Dezember 2019 wurde im Dobergmuseum eine neue Sonderschau eröffnet. Der Titel der Ausstellung lautet "Endlose Weiten und lichtlose Tiefen – Das Blau unseres Planeten". Die Ausstellung läuft bis zum 17. Mai 2020. Die Öffnungszeiten des Museums sowie weitere Informationen finden Sie hier: https://www.buende.de/Freizeit-Tourismus/Museum/%C3%96ffnungszeiten/

 

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Abb. 1: Großes Plakat mit Hinweis auf die Sonderausstellung in der Nähe des Museumseingangs.

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Abb. 2 (oben): Eingangsbereich des Dobergmuseums.

Abb. 3 (unten): Nanu, was ist hier denn los? Vor dem Museum liegen derzeit rund 50 Kilogramm Meeresmüll, der – wie Museumsleiter Michael Strauß bei seiner Eröffnungsrede erklärte – "aus olfaktorischen Gründen nicht im Museum selbst, sondern nur draußen gelagert werden kann". Es handelt sich um Nordsee-Beifang der Küstenfischer von Nordstrand.

 

Auf mehr als 300 m² werden in der Meeresausstellung derzeit hunderte Exponate gezeigt, der größte Teil davon sind Fossilien. Die ausgewählten Versteinerungen stammen überwiegend aus dem Archiv des Dobergmuseums, das von Mitgliedern des Paläontologischen Arbeitskreises Bünde (PAK), allen voran Fritz Hasenburger, in den vergangenen Jahren systematisch neu geordnet und aufwändig digitalisiert wurde. Darüber hinaus stellten mehrere Mitglieder des PAK eigene Sammlungsstücke als Exponate bereit. Auch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Bünde, der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) und die EUCC (Die Küsten Union Deutschlands e.V.) trugen zur Ausstellung bei.

 

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Abb. 4: Wolfgang Koch, amtierender Bürgermeister der Stadt Bünde, und Museumsleiter Michael Strauß (rechts) eröffnen die Ausstellung. Der Museumsleiter hob die Beiträge einiger Mitglieder des Paläontologischen Arbeitskreises bei der Vorbereitung der Ausstellung hervor.

 

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Abb. 5: Die Eröffnungsveranstaltung war gut besucht – kein Wunder, bei einem solch aktuellen Thema.

 

Die Erde ist ein "blauer Planet", da rund sieben Zehntel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt sind. Im Wasser entstand vor 3,7 Milliarden Jahren auch das erste mikrobielle Leben. Vor rund 600 Millionen Jahren entwickelten sich dann – und hier wird es für Fossilienfreunde erst so richtig spannend – erste komplexere mehrzellige Lebewesen - die Evolution nahm Fahrt auf.
Der umfangreiche erdgeschichtliche Teil der Meeresausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Zeitalter und erklärt die Entwicklungen während der einzelnen erdgeschichtlichen Abschnitte anhand von begleitenden Texten. Es gibt auch einige mediengestützte Stationen, an denen man sich Videos u. a. zur Plattentektonik ansehen kann. Anhand der Ausstellungsstücke kann man sich ein Bild davon machen, welche Tiere sich in den Meeren entwickelten und diese in den jeweiligen Zeitaltern bewohnten. Das mit hochkarätigen Exponaten aus allen Erdzeitaltern und mit Fossilien aus aller Welt gespickte Museumsarchiv, erwies sich für die Sonderausstellung nach fast 25 Jahren Dornröschenschlaf als wahre Fundgrube.

Die entwicklungsgeschichtliche Zeitreise führt bis hin zur Lebewelt der heutigen Ozeane. Es werden auch zahlreiche rezente Exponate gezeigt: von farbenprächtigen Muscheln und Schnecken bis hin zum Schädel eines Wals.

Auch die beiden regelmäßig von Brigitte Ohlerich und weiteren Mitgliedern des Paläontologischen Arbeitskreises bestückten Fördervereinsvitrinen wurden passend zur Meeresausstellung mit neuen Exponaten bestückt: eine Vitrine zeigt wunderschöne und liebevoll arrangierte Fossilien, die andere ebenso gekonnt in Szene gesetzes und nicht minder schön anzuschauendes rezentes Meeresgetier.

Leider sind die heutigen Meere einem hohen Maß an Umweltverschmutzung durch die Menschheit ausgesetzt. Dies bedroht die Tierwelt in erheblichem Maße und führt zum Aussterben von Arten. Auch vor diesem unangenehmen Thema macht die Ausstellung glücklicherweise nicht halt und legt stattdessen den Finger in die Wunde. Der NABU sowie die EUCC steuerten zu dieser Thematik Exponate und Informationsmaterial bei, die ein Bewusstsein dafür schaffen sollen, wie es um die Ozeane und Meere steht. Industrielle Ausbeutung, Überfischung, Umweltverschmutzung (in hohem Maße durch Plastikmüll) sowie akustische Umweltverschmutzung durch den Schiffsverkehr stören das ökologische Gleichgewicht der Weltmeere empfindlich. Müllteppiche von Plastikabfällen bedecken entlang von Meeresströmungen beziehungsweise Studeln riesige Flächen der Ozeane, so ist allein der Große Pazifische Müllstrudel vier mal so groß wie die Fläche der Bundesrepublik Deutschland. In kleine Stücke zerfallende Plastikteile werden u. a. von Fischen mit der Nahrung aufgenommen und gelangen so in die gesamte Nahrungskette.
Der Ausstellung gelingt es an dieser Stelle zu sensibilisieren und den unbedingten Handlungsbedarf bei der Eindämmung der Umweltzerstörung durch die Menschheit aufzuzeigen. Es ist ein Umdenken erforderlich und zwar global.

Wenn im Folgenden – aufgrund des Rahmens der Publikation innerhalb unserer Fossilien-Website – der Schwerpunkt der Bildauswahl auf den fossilen Exponaten liegt, soll dies keinesfalls diese mindestens ebenso wichtigen Aspekte der Ausstellung in den Hintergrund rücken.

Insgesamt möchte ich ohnehin eine Empfehlung aussprechen, der Ausstellung selbst einen Besuch abzustatten anstatt sich auf das Lesen und Anschauen des Berichts zu beschränken. Es lohnt sich nicht nur der Fossilien wegen. Wer genug Zeit mitbringt, lernt auch viel über das empfindliche Ökosystem Erde. Wenn die rezenten Exponate nicht irgendwann den Endpunkt jeglicher Evolution markieren sollen, muss sich etwas verändern und Wege zu einem nachhaltigeren Umgang mit dem Planeten gefunden werden.

Der Besuch der Sonderausstellung kann bzw. sollte mit der Besichtigung der Dauerausstellung im Untergeschoss des Museums verküpft werden, in der regionale Exponate gezeigt werden. Schwerpunkte der Dauerausstellung bilden das Oligozän des Dobergs und der Mitteljura des nahegelegenen Wiehengebirges. Herausragende Sammlungsstücke sind die Seekuh und der Zahnwahl aus dem Doberg. Nicht nur Jura-Sammler dürften von den zahlreichen Ammoniten aus dem Callovium von Porta-Westfalica sowie beachtenswerten Reptilienfunden aus dem Ornatenton der Steinbrüche des Wiehengebirges sehr angetan sein. Auch aus der regionalen Unter- und Oberkreide sowie dem Unterjura der Herforder Liasmulde befinden sich ausgesprochen sehenswerte Stücke in der Dauerausstellung.

Wer vor oder nach dem Besuch des Bünder Museums noch Zeit dazu hat, dem kann auch ein geologischer Rundgang durch das Natur- und Bodendenkmal Doberg empfohlen werden, das sich rund 2,5 km südöstlich des Museums befindet. Seit einigen Jahren wird auf Betreiben des Paläontologischen Arbeitskreises daran gearbeitet die Steilwände des Dobergs vegetationsfrei zu halten, sodass Geologie und Stratigrafie wieder besser studiert werden können. Es dürfen jedoch keine Fossilien in diesem jüngst als "Geotop von nationaler Bedeutung" eingestuften Aufschluss gesammelt werden.

Im Folgenden werden Fotos der Ausstellung gezeigt, die entweder von mir selbst aufgenommen wurden oder von Fritz Hasenburger. Da es sich im von Tageslicht durchfluteten Ausstellungsraum als schwierig erwies die teils in den Plexiglasvitrinen befindlichen Exponate ohne störende Reflexionen abzulichten, wurden viele Vitrinen eigens für die Anfertigung der Fotos für diesen Bericht geöffnet. Einige Fotos können durch Anklicken vergrößert werden.

Die Abbildungsreihenfolge entspricht etwa der Reihenfolge, in der ich mir die Ausstellung angesehen habe. Erdgeschichtlich bewegen wir uns von jung nach alt, dringen danach allerdings noch zu den rezenten Meerestieren vor, bevor uns ein letzter Abstecher in die Dauerausstellung mit fossilen Exponaten führt.
Wer die Evolution Schritt für Schritt nachverfolgen möchte, sollte lieber in umgekehrter Reihenfolge von alt nach jung die Ausstellung anschauen, aber ein "richtig oder falsch" bei der Abfolge des Betrachtens gibt es eigentlich nicht. Mein Fokus beim Besuch der Ausstellung lag ganz klar auf dem Betrachten der im gegebenen Rahmen erstmals und exklusiv präsentierten Fossilien und weniger auf dem Studium der Texte, die man in ähnlicher Form auch in Büchern oder im Internet nachlesen kann. Um hier tiefer einzusteigen, war die Ausstellungseröffnung mit vielen Besuchern und somit auch Gesprächen ohnehin nicht der richtige Zeitpunkt.

 

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Abb. 6: Diese Stufe mit regulären Seeigeln aus dem Neogen bei Apt (Südfrankreich) ist eines der erdgeschichtlich jüngsten fossilen Exponate in der Sonderschau.

 

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Abb. 7: Fische aus der Green River Formation (Eozän) von Wyoming (USA) repräsentieren inmitten anderer Exponate das Zeitalter Paläogen in der Ausstellung, obschon diese aus Süßwassersedimenten stammen. Die Bünder Sammlung wurde über Jahrzehnte hinweg vom damaligen Museumsleiter Dr. Eberhard Pannkoke gezielt durch Zukäufe geschmackvoll ausgewählter und gut erhaltener Fossilien erweitert. So gelangten viele Raritäten nach Bünde, die heutzutage zum Teil kaum noch oder gar nicht mehr gehandelt werden, da die Fundstellen versiegt sind.

 

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Abb. 8: In Wyoming können reiselustige Sammler noch heute solche Fische in den gegen Entgelt zugänglichen Steinbrüchen unterschiedlicher Betreiber ergraben. Wer weniger reiselustig ist, findet auf Messen ein reichhaltiges Angebot. Kleinere Fische sind aufgrund ihrer Häufigkeit vergleichsweise günstig zu bekommen, mitunter auch als Rohlinge zum selbst präparieren.

 

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Abb. 9: Zahn des Urwals Basilosaurus aus dem Eozän (Paläogen) von Marokko.

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Abb. 10: Großer Ammonit aus der Oberkreide bei Coesfeld.

 

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Abb. 11: Heteromorpher Ammonit der Gattung Crioceratites aus der Unterkreide der ehemaligen Tongrube Gott bei Sarstedt. Ein Stück wie man es heute – mit Ausnahme von Baustellenaufschlüssen – wohl nirgends mehr in Deutschland finden kann. Foto vergrößern.

 

 

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Abb. 12: Dr. Achim Hildebrand vom PAK sorgte mit seinen Leihgaben dafür, dass auch der im Museumsarchiv unterrepräsentierte Solnhofener Plattenkalk (Oberjura) und damit eine der bedeutendsten Fossillagerstätten Deutschlands präsent ist. Zu den Exponaten zählen diverse Fische, Seelilien und mehrere Krebse, darunter auch ein Pfeilschwanzkrebs ("lebendes Fossil").

 

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Abb. 13: Schnabelfisch Aspidorhynchus aus dem Solnhofener Plattenkalk (Sammlung Achim Hildebrand).

 

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Abb. 14: Unter den Exponaten der Sonderschau sind auch einige regionale Fundstücke vertreten. Das hier zu sehende Stück passt für Steinkernleser bestens in die Rubrik "Was wurde eigentlich aus...?", denn im Reptilien-Spezialheft (Ausgabe 21 – Der Steinkern) wurde der aus dem Callovium des Wiehengebirges stammende Fund von seinem Entdecker Maik Sieker bereits vor der Präparation vorgestellt. Diese wurde inzwischen im LWL-Museum für Naturkunde Münster durchgeführt. In der Vitrine in Bünde ist somit ein Abguss des in Münster aufbewahrten Originals zu sehen, den Maik Sieker (PAK) zur Ausstellung beisteuerte. Der Schädel konnte im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung durch Katja Waskow (Steinmann-Institut der Universität Bonn) der Gattung Tyrannoneustes zugeordnet werden.

 

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Abb. 15: Nach der Ausstellungseröffnung verteilte sich das Publikum schnell im Saal – rechts im Bild gelingt es dem Vorsitzenden des Fördervereins Dr. Rainer Ebel, Spezialist für den Portasandstein und das Sinemurium der Herforder Liasmulde, nicht mehr ganz dem Foto zu enteilen. Im Vordergrund bin ich nun im Unterjura angekommen, man sieht u. a. eine Schlaifhausener Platte. So bezeichnete man den "Ammonitenfriedhof" mit unzähligen Dactylioceraten im Toarcium am Fuße des Walberla bei Schlaifhausen (Franken). Es handelt sich bei den meisten Schlaifhausener Platten, so auch hier, um Naturpräparate, die nur abgewaschen werden mussten, ansonsten durch Huminsäuren bereits perfekt freilagen.

 

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Abb. 16: Dieser Schaurahmen mit Exponaten aus dem Toarcium von Holzmaden (Baden-Württemberg) zählt zu den Highlights der Sonderausstellung. Lytoceraten, Belemniten, die Seelilie Seirocrinus, ein großer Fisch der Gattung Pachycormus sowie ein juveniler Ichthyosaurier schmücken den Schaukasten. Der kleine Ichthyosaurier dürfte das (monetär) wertvollste Ausstellungsstück sein. Wer sich fragt, warum die Seelilie "falschherum" präsentiert wird, sollte sich vergegenwärtigen, dass Seirocrinus an Treibholz angeheftet im Meer trieb (also eher nach unten ausgerichtet war), herrschten doch am Meeresgrund eher lebensfeindliche Verhältnisse während der Ablagerung des Posidonienschiefers. Der Stiel dieses Exemplars ist allerdings entschieden zu kurz, um tatsächlich am Holz verankert gewesen sein zu können – bis zur Wurzel wären noch viele Dezimeter gefolgt. Es handelt sich um eine (fundorttypische) Montage, die jedoch durchaus geeignet ist, auf einem Exponat handlichen Formats die Lebensweise (Anheftung an Treibholz) zu veranschaulichen. Foto vergrößern.

 

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Abb. 17: Aegasteroceras und Eparietites aus dem Sinemurium (Unterjura) von Scunthorpe. Der Eparietites ist angeschliffen, wodurch die überwiegend hellen kalzitischen Kammerfüllungen sowie die dagegen kontrastierende attraktive Lobenzeichnung studiert werden können. Das Aegasteroceras entspricht mit seiner grünlichen Schale, in nur leicht anpoliertem Zustand, in etwa der natürlichen Erhaltungsform der Ammoniten von Scunthorpe.

 

Vom Jura bewegen wir uns nun in die Trias, welche die älteste Stufe des Erdmittelalters bildet:

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Abb. 18: "Klein aber oho!" Ein Neusticosaurus aus der mittleren Trias bei Besano (Tessin, Italien). Für mich persönlich zählt dieses Kleinod zu den Top-Exponaten der Meeresausstellung. Man muss schon genau hinschauen, damit man nicht achtlos an diesem Reptil im Hosentaschenformat vorbeigeht! Foto vergrößern.

 

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Abb. 19: Seelilien der Spezies Encrinus liliiformis, das Fossil des Jahres 2019 der Paläontologischen Gesellschaft, gehört zu den Spezialitäten des ostwestfälischen Muschelkalks, kommen aber etwa auch am Elm (Erkerode) in Süddeutschland (Raum Crailsheim und Kirchberg/Jagst) und Nordostfrankreich vor. Exponate aus dem Raum Lemgo (dunkle Kronen und Stiele auf oft heller Matrix) gehören zu den optisch spektakulärsten Varianten und befinden sich folgerichtig auch überregional in öffentlichen und privaten Sammlungen. Aus Bünder Sicht handelt es sich um Lokalfunde – von den drei im Bild gezeigten Stücken befinden sich zwei (die beiden rechten) in der Sammlung des Verfassers. Foto vergrößern.

Präsentiert (nicht im Bild) werden im Ausstellungsbereich Trias auch Ceratiten, Muscheln und Brachiopoden aus dem Oberen Muschelkalk des Germanischen Beckens.

 

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Abb. 20: An den um die Vitrinen herum arrangierten Stellwänden finden sich Erklärungen zu den jeweiligen Zeitaltern.

 

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Abb. 21: Inzwischen sind wir im Paläozoikum angekommen. Wir befinden uns jetzt mitten im Karbon von Illinois (USA), das vor allem für Stachelhäuter bekannt ist. Die Meeresausstellung bot einen willkommenen Anlass auch diese besonderen Archivschätze einmal ans Tageslicht zu holen. Foto vergrößern.

 

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Abb. 22: Auch in Sachen Devon hat das Bünder Museumsarchiv einiges zu bieten. Während drei Stachelhäuter aus dem Unterdevon von der klassischen Fundstelle Bundenbach (Rheinland-Pfalz) ins rechte Steiflicht gerückt worden sind (rechts im Bild), sieht man links marokkanische und US-amerikanische Trilobiten, einen Panzerfisch-Beleg und einen Lungenfisch aus Kanada sowie angeschliffene Cephalopoden aus der Eifel und Marokko. Foto vergrößern.

 

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Abb. 23: Eine sehr gute Erwerbung für das Dobergmuseum war auch der Ankauf einer Stufe mit zwei Seeskorpionen der Gattung Eurypterus aus dem Silur von New York. Foto vergrößern.

 

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Abb. 24: Zu diesen weiteren silurischen Fossilien (Graptolithen aus Usbekistan, Korallen, Seesterne, gestreckter Nautilide) ist jeweils den Etiketten zu entnehmen, um was es sich im Einzelnen handelt. Zur verbesserten Betrachtung der Fossilien und Lesbarkeit der Etiketten, kann das Foto vergrößert werden.

 

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Abb. 25: Internationale Vertreter der Tierwelt des Ordoviziums – die Herkunftsstaaten sind in diesem Fall Australien, Schweden, Wales, Russland, Kanada und die USA. Einzelheiten sind auch hier den Etiketten zu entnehmen, die in der vergrößerten Ansicht gut lesbar sind. Foto vergrößern.

 

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Abb. 26: Inzwischen sind wir im Kambrium, der ältesten Stufe des Paläozoikums, angelangt. Hier tummelten sich im Meer u. a. bereits Trilobiten. Ferner zeigt die Vitrine Spurenfossilien und einen Schwamm. Foto vergrößern.

 

Damit haben wir unsere Reise durch die Erdgeschichte der Sonderausstellung geschafft – das waren gerade "schlappe" 540 Millionen Jahre im Schnelldurchgang!

 

Nach kurzer Verschnaufpause, können wir uns nun den heutigen Meeren, ihren Ökosystemen und deren Bedrohung durch die Menschheit zuwenden.

 

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Abb. 27: Eine Info-Stelltafel des Nabu zeigt preisgekrönte Naturfotos aus dem Wettbewerb "Naturfotograf des Jahres" der Gesellschaft Deutscher Naturfotografen in der Kategorie "Lebensraum Meer in Deutschland". Hier sieht man, was es u. a. zu schützen und bewahren gilt.

 

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Abb. 28 (oben): Zu Wasser wie zu Land sind sogenannte Geisternetze – entsorgte oder verlorengegangene Fischernetze  eine Gefahr für die Tierwelt. Tiere können sich darin verfangen und verenden dann auf besonders qualvolle Weise. Die Tafel ist ein Beitrag von Bünder Schülerinnen zur Ausstellung.

Abb. 29 (unten): Hier wird man mit erschreckenden Zahlen über die weltweit täglich im Meer landende Menge von Abfällen konfrontiert.

 

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Abb. 30: Unter den rezenten Exponaten sticht der Schädel eines Grindwals hervor (Fundort: Färöer Inseln).

 

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Abb. 31: Von Dieter Meyer (Bünde-Ennigloh) gesammelte rezente Meeres-Mollusken – eine Schenkung ans Dobergmuseum. Es ist geplant, einige Stücke der umfangreichen Sammlung in der geologischen Dauerausstellung den fossilen Mollusken gegenüberzustellen.

 

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Abb. 32: Wer genug Zeit mitbringt, kann sich im Augenblick im Dobergmuseum auch mediengestützt über das Thema Meeresökologie informieren.

 

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Abb. 33: Bevor man den Weg in die geologische Dauerausstellung im Untergeschoss antritt, empfiehlt es sich, ein wenig in der Sitzecke an den Vitrinen des Fördervereins zu verweilen. Natürlich sollte man sich davor, danach oder währenddessen die mit einer bunten Auswahl fossiler und rezenter Exponate geschmückten Vitrinen keinesfalls entgehen lassen, sondern auch hier etwas Zeit zum Betrachten und Genießen einplanen.

 

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Abb. 34: Rezente Meeresbewohner.

 

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Abb. 35: Kauri-Schnecken (von Laien oft fälschlich als Muscheln angesehen) aus der Sammlung von Fritz Hasenburger.

 

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Abb. 36: Fossilien können normalerweise in Sachen Farbenpracht kaum mit rezentem Material mithalten. Von dieser Regel gibt es jedoch eine Ausnahme, nämlich wenn die Fossilien von Brigitte Ohlerich zusammengestellt und in Szene gesetzt worden sind.

 

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Abb. 37: Dieses Foto zeigt gähnend leere Vitrinen und an den Stellwänden Platzhalter für Texte während der Vorbereitung der Sonderschau. Man erahnt, welcher Aufwand im Einrichten so einer Ausstellung steckt. Da es mit Exponaten deutlich besser ausschaut, sollte – wer sich für die Ausstellung interessiert – unbedingt bis spätestens 17. Mai 2020 nach Bünde kommen, bevor alles wieder abgebaut werden wird!

 

Wollte man die Dauerausstellung auch noch umfänglich in diesen Bericht integrieren, könnte man leicht 100 oder mehr Fotos zeigen. Ziel dieses Berichts soll jedoch gerade nicht sein, einen Besuch der Museums zu ersetzen, sondern vielmehr Interesse für einen Besuch zu wecken. Deswegen möchte ich zum Abschluss lediglich zwei Abbildungen aus der Dauerausstellung zeigen, damit beim Museumsbesuch keinesfalls vergessen wird, diese zu besichtigen.

 

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Abb. 38: Vitrine mit Fossilien aus dem Callovium von Porta Westfalica in der Dauerausstellung des Dobergmuseums.

 

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Abb. 39: Die Aushängeschilder des Museums: der Zahnwalschädel und die Seekuh aus dem Oligozän des Dobergs.

 

Fazit
Ein Besuch des Dobergmuseums lohnt sich für erdgeschichtlich Interessierte jederzeit. Gegenwärtig rechtfertigt sich in meinen Augen auch eine längere Anreise, da die regionalen Fossilien der Dauerausstellung aktuell durch die Meeresausstellung eine hervorragende internationale Ergänzung finden.

Der gelungenen und informativen Ausstellung sind zahlreiche Besucher zu wünschen!

 

Dank
Mein Dank gilt all jenen, die sich um den Aufbau der Sonderausstellung verdient gemacht haben sowie dem Museum Bünde, vertreten durch Michael Strauß, für die Erlaubnis zur Publikation der Fotos. Insbesondere danke ich Fritz Hasenburger, der eigens für den Steinkern-Bericht Vitrinen öffnete und Fotos anfertigte, die er mir zur freien Verwendung zur Verfügung stellte – dies war sehr zum Gewinn der Illustration des Berichts.

 

Viel Spaß im Dobergmuseum und in der Ausstellung "Endlose Weiten und lichtlose Tiefen – Das Blau unseres Planeten"!

 

Fotos: Fritz Hasenburger und Sönke Simonsen

 

Bericht: Sönke Simonsen für Steinkern.de

 


 

Diskussion zur Ausstellung und zum Artikel im Steinkern.de Forum:

https://forum.steinkern.de/viewtopic.php?f=3&t=29010