Fossilien aus dem Unteren Jura der Dorset-Küste und das Jahresprogramm 2013 des Paläontologischen Arbeitskreises Bünde

Vortragsprogramm des Paläontologischen Arbeitskreises Bünde im Jahr 2013

Der Paläontologische Arbeitskreis Bünde (PAK) bietet schon seit vielen Jahren ein reichhaltiges paläontologisches Vortragsprogramm. Die Veranstaltungen der Vortragsreihe "Schätze der Region" (in der natürlich immer wieder auch überregionale Schätze vorgestellt werden!) finden im Dammhaus des Dobergmuseums Bünde (Fünfhausenstr. 8-12) statt. Im Dammhaus trifft sich der Paläontologische Arbeitskreis - unabhängig von den Vortragsterminen - an jedem 2. Freitag im Monat um 20 Uhr. Zu den monatlichen Treffen können gerne eigene Fossilien zum Bestimmen lassen durch Mitglieder der Gruppe mitgebracht werden - oder auch einfach nur zum Zeigen. Der Arbeitskreis bietet u.a. auch Exkursionen an, über die man sich im aktuellen Programm informieren kann.

Das aktuelle Programm mit Vorträgen über den Doberg, das Campan des Ostmünsterlandes, Monte Bolca, den Braunjura der schwäbischen Alb, Kieselgur und den Unteren Jura der Jurassic Coast sowie geführten Exkursionen zum Piesberg und in die Wallücke steht auf Steinkern.de zum Download bereit.

 

Vorausschau auf den ersten Vortrag dieses Jahres:

Am Freitag, 8. März um 20 Uhr lädt der Paläontologische Arbeitskreis zum 84. Vortrag der Reihe ein:

 

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Fossilien aus dem Unteren Jura der Dorset Küste

von Sönke Simonsen

Die südenglische Jurassic Coast zählt zu den klassischen Fundgebieten der Paläontologie. Bei Fossiliensammlern und Touristen beliebt sind besonders die Kliffs des Unteren Jura der Umgebung von Lyme Regis und Charmouth. Diese Region wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert durch das Wirken der erfolgreichen britischen Fossiliensammlerin Mary Anning (1799-1847) bekannt, auf deren Spuren der Referent in zwei vierzehntägigen Exkursionen (2011 und 2012) wandelte. Es wird über die heutigen Fundmöglichkeiten im UNESCO-Weltnaturerbe und die oftmals aufwendige Präparation der Fundstücke (hauptsächlich Ammoniten) berichtet.

 

Da das Vortragsprogramm über die Volkshochschule Herford abgewickelt wird, sind 6 Euro an die VHS zu entrichten.

 

Im Vortrag werden die Kliffs im Unteren Jura der Jurassic Coast und die dortigen Fundmöglichkeiten vorgestellt. Gezeigt wird ein breiter Querschnitt von Funden aus zwei vierzehntägigen Exkursionen in den Jahren 2011 und 2012. Zudem wurden einige Präparationen schrittweise dokumentiert, um sich ein Bild davon machen zu können, in welchem Zustand man die Fossilien vor Ort vorfindet und was mitunter noch aus auf den ersten Blick unscheinbaren Fundstücken "herausgekitzelt" werden kann.

 

Zur Einstimmung möchte ich vorab einige Fotos zeigen!

 

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Fossilsuche in einem "Cliff fall" am Stonebarrow Hill nahe Charmouth. Im Hintergrund sieht man den terrassierten Black Ven.

 

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Gefahr in Verzug - die Halbwertszeit dieser Gesteinsnase im Bereich der Belemnite Marls ist offensichtlich begrenzt. Es ist Abstand halten geboten! Die südenglische Küste gehört zu den am schnellsten erodierenden Küsten Europas, ein Vorteil für den Fossiliensammler, da somit für einen stetigen Nachschub fossilführenden Materials gesorgt ist. Sammeln im Lockermaterial des Schuttfußes ist gestattet, trotz Unterschutzstellung der Küste als UNESCO Weltnaturerbe - Grabungen sind hingegen verboten.

 

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Birchi Sunstone - eine bizarre Septarie im Schuttfuß des Black Ven.

 

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5 cm langer Unterkiefer eines Fisches aus den Shales-with-Beef von Black Ven im Fundzustand.

 

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Xipheroceras und Cymbites aus den Black Ven Marls des Stonebarrow Hill.

 

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Schalendetails eines Nautiliden vom Black Ven.

 

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Promicroceras planicosta - einer der häufigeren Ammoniten des Sinemuriums.

 

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Zwischenschritt bei der mühevollen Präparation eines Arietitidae vom Black Ven.

 

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Vom Rohling zum Sammlungsstück - dargestellt anhand der Präparation eines Androgynoceras aus den Green Ammonite Beds, Davoei-Zone von Golden Cap. Die Präparation wurde bereits ausführlich auf Steinkern.de vorgestellt: zum Bericht.

 

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Amaltheen vom Thorncombe Beacon - das linke Exemplar erscheint anhand des Fotos zu urteilen qualitativ eher durchwachsen erhalten zu sein, entpuppte sich aber überraschend im Laufe der Präparation als exzellentes Sammlungsstück.

 

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Im sogenannten Dorset Junction Bed, das am besten am Thorncombe Beacon aufgeschlossen ist, ist die Fossilerhaltung mitunter eher mäßig, dafür sind Ammoniten in diesem Kondensationshorizont des Toarciums sehr zahlreich zu finden und das Aufspalten der Blöcke ist weniger zäh als bei Material aus den Amaltheen-Schichten.

 

Vielleicht hat der eine oder andere Fossilinteressierte aus der Region Lust am Freitag, 8. März um 20 Uhr im Dammhaus des Dobergmuseums Bünde (Fünfhausenstr.  8-12, Bünde) vorbeizuschauen?

Es können gerne Funde aus Südengland zur Bestimmung oder zum Zeigen im Anschluss an den Vortrag mitgebracht werden.

 

Artikel zur Jurassic Coast in der Steinkern-Zeitschrift:

SIMONSEN, S. (2012): Eine Exkursion in den Unteren Jura von Dorset, in: Der Steinkern - Heft 8, S. 18-39.

SIMONSEN, S. (2012): Fund und Präparation eines "Arieten" aus der Pinhay Bay, in: Der Steinkern - Heft 11, S. 6-9.

 

Berichte zur Jurassic Coast auf Steinkern.de:

GENZEL, K. (2006): Stratigrafie und Fossilien der Jurassic Coast, Südengland - Teil 1: Einführung und Blue Lias.

GENZEL, K. (2007): Stratigrafie und Fossilien der Jurassic Coast, Südengland - Teil 2: Die Black Ven Marls.

GENZEL, K. (2008): Stratigrafie und Fossilien der Jurassic Coast, Südengland - Teil 3: Die Belemnite Marls und die Green Ammonite Beds.