Restauration einer Libelle der Gattung Urogomphus aus den Plattenkalken von Solnhofen

Eine sehr, sehr seltene Libelle der Art Urogomphus giganteus, die in einer Erhaltung vorliegt, wie das hier präsentierte Stück, verdient eine Restauration, damit man nicht immer in Trauer verfällt, wenn man das Stück anschaut.

Leider hatte ich wieder einmal vergessen den Rohzustand zu dokumentieren, deswegen erfolgt hier eine Beschreibung desselben: Das Stück bestand aus drei Teilen und entstammt den unteren Lagen von Wegscheid. Das Fossil war „zu“ (also noch mit Sediment bedeckt), lediglich auf der rechten Seite war eine kleine Scherbe abgeplatzt, die erahnen ließ, wie gut die Erhaltung sein würde.
Die Steine wurden zusammengesetzt und formatiert. Dabei wurde darauf geachtet, einen großen Stein zum Ansetzen zu gewinnen. Die Freilegung war bei dem glasharten Stein nicht ganz einfach, gelang aber recht gut.

 

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Abb. 1

 

Am Bandschleifer wird die Ansetzplatte entsprechend angepasst. Es ist hierbei immer von Vorteil, Ansetzstücke aus der gleichen Schicht zu verwenden, da hat man dann passende Farben und das richtige Relief.

 

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Abb. 2

 

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Abb. 3 - Ansicht vergrößern.

 

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Abb. 4

 

Nun werden die Steine verklebt und nachfolgend die Übergänge angeglichen. Dabei wird auch der Stein in eine ästhetisch ansprechende Form gebracht. Es soll am Ende möglichst natürlich aussehen, obwohl der Stein designt ist. Damit dies gelingt, müssen die Konturen der zu restaurierenden Partien angezeichnet werden. Nicht, dass man in diesen Bereichen den Stein zu klein gestaltet.

 

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Abb. 5

 

Nun werden die fehlenden Bereiche der Flügel in den Stein modelliert. Als Vorlage dienen dabei die vorhandenen Flügel von der linken Seite. Um ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu erreichen, bleibt es nicht bei der Kontur, sondern auch das Relief wird in Teilen so übertragen, dass ein harmoisches Bild entsteht und die Restauration doch klar zu erkennen ist.

 

Am Ende wird das Ergebnis dem Auge, dem Stück und der Wissenschaft gerecht.

 

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Abb. 6

 

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Abb. 7 - Ansicht vergrößern.

 

Fossil: Urogomphus giganteus (MONSTER in GERMAR, 1839)

Fundort: Solnhofener Plattenkalk Wegscheid bei Eichstätt, untere Lagen

Größe: Spannweite restauriert ca. 17,5 cm

Sammlung: Privat

 

Autor: Udo Resch